
girocard mit neuen Funktionen
Die girocard ist mit Abstand die beliebteste bargeldlose Zahlungsmethode in Deutschland. Damit das so bleibt, wird sie umfangreich weiterentwickelt. Händler können über eine Umfrage ihre Ideen dazu äußern.
Björn BöerChefredakteurDie girocard soll so beliebt bleiben. Daher legt Euro Kartensysteme, als Scheme Manager für die Weiterentwicklung der Karte verantwortlich, das Weiterentwicklungs-Programm „girocard 4.0“ auf. In einem Co-Creation-Ansatz, der die verschiedenen Akteure im girocard-System integriert, wird die girocard in den kommenden Jahren um marktnahe Funktionen erweitert.
Das Motto „Eine für alle“ zeigt das Ziel: Die girocard hat das Potenzial, das Leben beim Einkauf und darüber hinaus zukünftig noch leichter zu machen – für Handel und Kunden gleichermaßen. Immer wenn es um das Bezahlen geht, soll die girocard eine passende Lösung bieten.
Dafür bauen Banken und Sparkassen auf vier Säulen:
Säule 1: Mehr Flexibilität in der Autorisierung – erst bei Lieferung bezahlen
Über das girocard-System könnten künftig flexiblere Autorisierungen möglich sein. Wer dann zum Beispiel ein Kleidungsstück online bestellt, das erst in einigen Wochen lieferbar ist, könnte direkt alles Nötige erledigen: Das Kleidungsstück der Wahl bestellen und die Zahlung per girocard autorisieren. Ausgeführt wird die Transaktion und damit die Kontobelastung allerdings erst im Moment des Versands. Das ist besonders komfortabel für Kund:innen bei gleichzeitiger Zahlungsgarantie für den Handel.
Säule 2: Verbindungen schaffen – in Apps bezahlen
Händler mögen es, wenn innerhalb ihrer Apps bezahlt wird. Das schafft eine stärkere Verbindung zur Kundschaft, die zudem zielgerichtet angesprochen werden kann. Die girocard soll künftig In-App-Zahlungen ermöglichen und dabei allen Seiten die gewohnt hohe Sicherheit bieten.
Das hebt die Möglichkeit der In-App-Zahlung auf ein ganz neues Level. Denn so können dann Mehrwertangebote von Händlern nahtlos verknüpft werden mit dem Komfort und der Sicherheit der girocard. Für beste Einkaufsprozesse, egal ob in stationären Geschäften oder im Online-Handel.
Nahtloses Bezahlen insbesondere mit dem Smartphone soll mit der girocard künftig noch breiter verfügbar sein. Viele Banken und Sparkassen bieten für Android-Smartphones bereits Apps, um das Bezahlen mit der digitalen girocard zu ermöglichen. Sparkassen-Kunden können die girocard zudem in der Apple-Wallet hinterlegen und via ApplePay online und an der Ladenkasse nutzen.
Diesen Komfort möchten Banken und Sparkassen ausweiten: In Zukunft soll es möglich sein, die girocard in noch mehr gängigen Wallets zu hinterlegen. Am Ende lautet das Ziel: Das Bezahlen mit der digitalen girocard im Smartphone soll für die große Mehrheit so selbstverständlich funktionieren, wie sie es von der physischen Karte gewohnt sind.
Säule 4: Digitale Features – Beispiel Altersverifikation
Der Kundenkontakt des Bezahlens ist ein idealer Zeitpunkt für Zusatzservices, so schnell und bequem wie das Bezahlen selbst. Im ersten Schritt ermöglicht die digitale girocard die Altersverifikation direkt beim Bezahlen, für beide Altersstufen: 16 und 18 Jahre. Das bedeutet, dass der Verkauf von altersbeschränkten Produkten sicher und komfortabel für alle Seiten geregelt werden kann – auch bei neuen Verkaufskonzepten wie Micromarkets und SB-Kassen.
Anders als die bisherige Altersverifikation wird das neue Verfahren online abgewickelt. Sie ist somit wartungsfrei und damit auch für die digitale girocard in Smartphone und Smartwatch geeignet.
Besonders von Interesse für alle, die Automaten betreiben: Durch das Hinterlegen der girocard im digitalen Wallet ist eine Zwei-Faktor-Authentifizierung auch am Terminal ohne PIN-Pad möglich, die Zahl der Zahlungsabbrüche kann so weiter reduziert werden. Für Kunden gestaltet sich der Bezahlvorgang am Automaten so künftig noch komfortabler.
Was bedeutet Co-Creation?
Euro Kartensysteme hat sich für die Weiterentwicklung der girocard für einen Co-Creation-Ansatz entschieden. Das bedeutet: Alle Stakeholder der girocard, wie zum Beispiel Handel, Kreditinstitute und Netzbetreiber, können ihren Weg beeinflussen, an neuen Features direkt in der Entstehung mitarbeiten und dazu beitragen, dass die beliebteste und kostengünstigste Debit-Karte Deutschlands das passgenaue Zahlungsmedium bleibt, das sie ist.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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