
Beim Schuhhandel hat 2010 "vieles gepasst"
Umsätze wie zu zu Zeiten vor der Wirtschaftskrise: Der Schuhhandel blickt auf ein starkes Jahr 2010 zurück. 2011 ebenfalls soll gut werden - auch, wenn die Preise steigen.
Björn BöerChefredakteurFachhandel jubelt
Die Branche hat 2010 beim Umsatz ein so gutes Jahr erlebt wie lange nicht. Die Erlöse der Schuhindustrie legten um 10 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zu und haben damit nach Angaben von Junkert wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Die rund 80 Herstellerbetriebe beschäftigen etwa 10.800 Menschen (plus 1,8 Prozent).
Grund zum Jubel gibt es auch beim Fachhandel: Hier kletterte der Umsatz um knapp 8 Prozent auf einen Rekordwert von 7,9 Milliarden Euro. "Es war eine Saison, in der vieles passte", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE), Siegfried Jacobs. "Vor allem das Wetter spielte mit."
So habe der frühe Wintereinbruch den Absatz von gefütterten Stiefeln beflügelt. Die Schuhmode sei bei den Kunden gut angekommen und die Konsumstimmung habe wieder angezogen. Für 2011 erwarten die Verbände erneut ein Plus.
Messe in Düsseldorf
Ein Paar Winter-Herrenschuhe kostet nach Angaben von Jacobs durchschnittlich 91 Euro, bei den Damen seien es 82 Euro und bei Kindern 61 Euro.
Einschließlich anderer Vertriebswege - etwa Modehandel oder Warenhäuser - liege das Marktvolumen für Schuhe in Deutschland bei etwa 12,1 Milliarden Euro (2009: 11,2 Milliarden Euro). Insgesamt gebe es hierzulande etwa 12.000 Schuhverkaufsstellen mit 70.000 Mitarbeitern.
Die Schuhtrends für den nächsten Winter zeigen im nächsten Monat rund 1.200 Aussteller bei den internationalen Schuhmessen GDS und Global Shoes in Düsseldorf. Die vom 16. bis 18. März dauernde Veranstaltung ist nur für Fachbesucher geöffnet.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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