
Besucheransturm zwingt schlecker.de in die Knie
Mit dem Ausverkauf-Ansturm ist der Webshop der insolventen Drogeriekette Schlecker offenbar überfordert. Die vielen Seitenaufrufe der Online-Schnäppchenjäger legen die Internetseite lahm.
So gut wie nicht verfügbar
Sowohl die Homepage von Schlecker als auch die Website des Schlecker Schnäppchenmarkts sind demnach mit den Kundenanfragen restlos überfordert: So waren die Websites im Zeitraum von 18 Uhr bis 23 Uhr am 9. August zeitweise so gut wie nicht verfügbar.
Die meisten Anfragen an den Server haben demnach die Antwortzeit von 60 Sekunden überschritten. Zum Vergleich: Selbst Konsumenten, die über die im Vergleich zum PC viel langsameren mobilen Datenverbindungen Internetseiten aufrufen, sind anspruchsvoller.
Sieben von zehn Surfern, die in Deutschland mobil ins Internet gehen, erwarten, dass sich die mobile Webseite in fünf Sekunden aufbaut, so das Ergebnis einer Umfrage des Softwareherstellers Compuware. Auch aktuell sei bei Schlecker nur eine leichte Entspannung der Situation in Sicht.
Webshops für Ansturm-Zeiten wappnen
"Andere Onlineshops sollten sich dieses Szenario zu Herzen nehmen und sich entsprechend auf Besucher-Peaks bei besonderen Verkaufsaktionen vorbereiten", rät Thomas Gronbach, Director Marketing European bei Keynote Systems. Um bereits im Vorfeld herauszufinden, wann ein Server mit zu vielen Anfragen überfordert ist, sind seiner Meinung nach Lasttestverfahren und der Blick auf die Webseite aus Perspektive der Konsumenten ein unumgängliches Mittel.
Der Online-Versandhandel von Drogerieartikeln über die Schlecker Home Shopping GmbH in Deutschland und Österreich wird zum 12. August (Sonntag) eingestellt. Alle Bestellungen, die bis zu diesem Tag eingehen, werden noch bis zum 15. August an die Kunden ausgeliefert, meldet Schlecker.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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