
Chancen des Internets nicht wahrgenommen
Die deutschen Energieversorger haben die Bedeutung des Internets erkannt, der Kundenservice lässt aber in vielen Bereichen noch zu wünschen übrig. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Kienbaum-Studie.
Björn BöerChefredakteurFür die Studie untersuchte Kienbaum in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der E-I Consulting Group den Internet-Auftritt von insgesamt 100 deutschen und britischen Energieversorgern hinsichtlich der auf den Sites verfügbaren Funktionalität und Qualität. Immerhin ein Drittel der britischen Energieversorger bietet eine Online-Rechnungslegung an - dieser Service wird von keinem deutschen Unternehmen angeboten. Dagegen bieten 71% der deutschen Unternehmen eine Online-Zählerablesung und 75% die Möglichkeit zur Schließung des Kontos; auch erlauben 86% der deutschen Unternehmen die Einrichtung eines neuen Kontos über den Online-Kanal.
"Funktionen, die es erlauben, ihre Konten online einzurichten und zu pflegen, bieten die besten Möglichkeiten zu Kostenreduzierung, Kundenbindung und Kundengewinnung. Die deutschen Energieversorger haben diese Möglichkeiten aber noch nicht in ihre internen Abrechnungsprozesse einbauen können. Eine Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen und Stammkunden zu binden, ist aber gerade das Angebot von speziellen Online-Tarifen. Kunden, die sich verpflichten, ihr Konto über den Online-Kanal zu pflegen, erhalten günstigere Tarife. Die Möglichkeiten dieses Services werden von deutschen Energieversorgern (noch) nicht erkannt oder zumindest nicht genutzt", sagt Olaf Geyer. Immerhin arbeiten die deutschen Energieversorger an einer Verbesserung des Services nach Kundenwunsch: 59 % der deutschen Unternehmen sind aktiv bemüht, durch Kundenbefragungen Informationen über die Präferenzen der Verbraucher zu erhalten.
Das Informationsangebot aller untersuchten Internet-Auftritte war sehr hoch, alle Anbieter geben allgemeine Unternehmensinformationen sowie Tarifauskünfte. Die Möglichkeiten, zur Generierung von Einnahmen durch Werbung und Verlinkung werden hingegen kaum genutzt: 65% der Unternehmen bieten Links an, davon 35% regionale Links, 28% allgemeine Links zu Energie relevanten Sites und 21% zu verbundenen Unternehmen. Auch bieten lediglich 5% der deutschen und 9% der britischen Unternehmen ihre Produkte in Online-Shops an. Weniger als 5% der britischen und keines der deutschen Unternehmen bieten beinahe folgerichtig Anreizsysteme, um ihre Kunden zur Nutzung des Internet-Angebots zu bewegen. "Die Homepages der Energieversorger dienen zumeist als Informationsplattform und Adresse für einfache Dienstleistungen. Zur Generierung eigener Umsätze werden sie aber kaum genutzt", sagt Olaf Geyer, Projektleiter der Studie bei Kienbaum. (ST)
KONTAKT:
Kienbaum Management Consultants GmbH
Olaf Geyer
Grolmanstraße 36
10623 Berlin
Tel. 030-88019845
Fax 030-88019815
E-Mail: olaf.geyer@kienbaum.de
Internet: www.kienbaum.de

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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