Das Ende von Schlecker: Vom Scheitern und Abwickeln

Das Ende von Schlecker: Vom Scheitern und Abwickeln

Schlecker gibt es nicht mehr. Der monatelange Überlebenskampf war vergeblich. Vor allem für die Mitarbeiter haben damit bange Wochen ihr trauriges Ende gefunden. Ein Chronologie.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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29. Februar: Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz kündigt an, rund 11.750 der über 25.000 Jobs zu streichen und bis zu 2.400 der 5.400 deutschen Schlecker- und Schlecker-XL-Filialen zu schließen.

2. März: Bei IhrPlatz sollen mehr als 900 von 5.350 Stellen und 142 von 612 Märkten wegfallen; später werden die Zahlen auf 650 und 122 reduziert.

28. März: Kündigungsschreiben an über 10.000 Schlecker-Beschäftigte gehen raus.

29. März: Das Amtsgericht Ulm eröffnet das Insolvenzverfahren. Zugleich verhandelt die Landesregierung in Stuttgart über eine Bürgschaft der Bundesländer für eine Transfergesellschaft. Eine gemeinsame Lösung scheitert aber vor allem am Widerstand der FDP-Wirtschaftsminister.

1. April: Die verbliebenen Schlecker-Beschäftigten hoffen auf den Erhalt ihrer Jobs. Der Insolvenzverwalter berichtet von drei bis fünf Investoren mit konkretem Interesse am Unternehmen.

10. Mai: Der Münchner Investor Dubag zeigt Interesse an einer Übernahme der insolventen Schlecker-Tochter IhrPlatz. Rund 3.850 frühere Beschäftigte haben mittlerweile Klage gegen ihre Entlassung eingereicht.

24. Mai: Der einstige Karstadt-Retter Nicolas Berggruen interessiert sich für Schlecker. Ein Sprecher der Nicolas Berggruen Holdings GmbH bestätigt Gespräche mit Schlecker-Insolvenzverwalter Geiwitz. Der Schlecker-Gläubigerausschuss berät über die Zukunft des Unternehmens.

1. Juni: Die größten Gläubiger kommen in Berlin zusammen und stimmen für die Abwicklung des Unternehmens. Mögliche Investoren hätten zu wenig geboten, heißt es. Auch die restlichen 13.200 Schlecker- Mitarbeiter in Deutschland verlieren ihren Job bis Ende Juni.

5. Juni: Bei einem Treffen in Ulm beschließt die Gläubigerversammlung das Aus für das Unternehmen. Rund 5.000 Beschäftigte der Schlecker-Töchter IhrPlatz und Schlecker XL können noch hoffen. Der geplante Verkauf an den Münchner Investor Dubag zieht sich hin.

8. Juni: Die Gläubiger und Dubag erklären ihre Verhandlungen für gescheitert. Damit ist das Schicksal für die zwei zukunftsträchtigen Töchter aus dem einstigen Schlecker-Imperium wieder offen. In den bundesweit rund 2800 Schlecker-Märkten startet der Ausverkauf.

11. Juni: Die Drogeriekette dm zeigt Interesse für bis zu 80 Märkte der insolventen Schlecker-Töchter IhrPlatz und Schlecker XL.

27. Juni: Bei Schlecker gehen endgültig die Lichter aus. Die letzten noch verbliebenen Märkte des Stammunternehmens schließen.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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