Das Quelle-Comeback

Das Quelle-Comeback

Der Traditionsversender Quelle kam im Zuge der Arcandor-Insolvenz unter die Räder. Heute kehrt die Marke zurück - allerdings nicht als Händler, sondern als Betreiber eines Internetmarktplatzes.

SRSybille RoemerRedakteurin
3 Min.· Aktualisiert am
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Quelle verkauft dort  – anders als beispielsweise Konkurrent Amazon – keine eigene Ware, sondern übernimmt gegen Provision für andere Händler die Bestellabwicklung, den Kundenkontakt sowie das Marketing und räumt den Händlern eine Zahlungsgarantie ein.

"Auch fließen Kundenwünsche, Anregungen und Kritik über das hausinterne Kundencenter von quelle.de zurück an die Verkäufer, um den Service ständig zu verbessern", wirbt Quelle in einer Pressemitteilung um gewerbliche Verkäufer. Der Marktplatzbetreiber versendet die Ware nicht selbst, sondern die jeweiligen Händler schicken das "Quelle-Paket" direkt zu den Kunden.

Ein Warenkorb, viele Händler

Das Portal nennt gegenüber den Verbrauchern den Vorteil, dass der Kauf für ihn besonders einfach und sicher sei: Quelle.de kümmere sich um alle mit dem Kauf verbundenen Dienstleistungen – von der Produktsuche und Garantie über sechs unterschiedliche Bezahlarten bis zum hauseigenen Kundencenter. Die Abrechnung erfolgt über einen einzigen Warenkorb.

Quelle.de bietet ausschließlich Neuwaren aus den Bereichen Elektronik & Wohnen mit mehr als 250.000 Artikeln an. Kleidung gibt es nicht. In Kürze soll das Sortiment mehr als eine Million Produkte umfassen. Auch 140 Artikel der populären Quelle-Technik-Marke "Privileg" findet sich auf dem Portal wieder, denn diese Markenrechte hat die Otto Group ebenfalls nach der Arcandor-Insolvenz gekauft und vertreibt die Elektroprodukte auch über otto.de.

Otto größter Händler auf Quelle.de

Otto selbst ist im Übrigen der größte Händler auf quelle.de. Doch eine zu große Abhängigkeit von der Mutter fürchtet die junge Tochter nicht: "Wir fahren das aber eher wie ein unabhängiges Startup-Unternehmen", zitiert die Nachrichtenagentur dpa Tim von Törne, den Geschäftsführer der Quelle GmbH.

Das Unternehmen, das aktuell rund 30 Mitarbeiter beschäftigt, ist nicht in der Otto-Zentrale im Stadtteil Barmbek untergebracht, sondern in eigenen Räumen in Hamburg-Eppendorf. Von Törne, der selbst zuvor bei verschiedenen Startup- und Internet-Unternehmen gearbeitet hat, rechnet damit, dass die Mitarbeiterzahl mittelfristig auf 50 bis 60 steigen kann. Denn der Geschäftsführer hofft, dass viele der alten Quelle-Kunden auf das Portal kommen. "Immerhin war Quelle 2009 der drittgrößte Onlinehändler in Deutschland."

Dreistelliger Millionenumsatz angepeilt

Als erstes Umsatzziel nennt der Manager einen dreistelligen Millionenbetrag. "Mit unserem jungen Team geben wir den Werten von Quelle einen zeitgemäßen Rahmen", ist von Törne überzeugt. "In den kommenden Monaten werden wir noch zahlreiche spannende Ideen auf quelle.de umsetzen.“

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SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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