3D-Illustration zu Zoll, Lieferdiensten und Print-Mailings im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Delivery Hero, Zoll, Tiktok Go, JD.com, Ebay + Gamestop, Amazon Now, Shein + Temu, Allegro + OpenAI, Print-Mailings, Versicherungen

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Delivery-Hero-Gründer geht 2027 von Bord
Delivery-Hero-Mitgründer Niklas Östberg räumt seinen Chefposten zum 31. März 2027, meldet Handelsblatt.com. Bis dahin solle er die „Prüfung strategischer Optionen“ leiten, ein Nachfolger werde bis Jahresende benannt. Hinter dem Schritt stehe der Hongkonger Vermögensverwalter Aspex, der die magere Ertragskraft des Lieferdienstes moniere und zusätzlich den Rückzug aus ganzen Regionen verlange – der Verkauf von Foodpanda Taiwan an Konkurrenten Grab im März scheine nicht zu genügen.

790 Mio. Warenpositionen laufen durch den Zoll
Bedingt durch den internationalen Online-Handel hat der deutsche Zoll 2025 laut Pressemitteilung 790 Mio. Warenpositionen im Wert von rund 1,4 Bio. Euro abgefertigt. Allein bei Post- und Kuriersendungen seien 192 Mio. Positionen mehr angefallen als im Vorjahr, getrieben vor allem durch Sendungen aus Drittländern. Der Zoll begegne der Päckchenlawine mit digitaler Abfertigung und bundesweit flexibel einsetzbarem Personal und habe so 4,6 Mio. Produktfälschungen sicherstellen können.

Iran-Krieg treibt deutsche Inflation auf 2,9 Prozent
Die Inflationsrate in Deutschland kletterte im April auf 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Damit liege die Teuerung so hoch wie zuletzt im Januar 2024. Treiber seien die Energiepreise mit einem Plus von 10,1 Prozent, ausgelöst durch den Iran-Krieg und die Folgen am Rohölmarkt. Kraftstoffe verteuerten sich um 26,2 Prozent, leichtes Heizöl sogar um 55,1 Prozent. Strom und Erdgas blieben günstiger als im Vorjahr. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel betrage 2,3 Prozent.


HANDEL INTERNATIONAL


Tiktok Go: Vom Scrollen direkt in die Hotellobby
Tiktok eröffnet seinen Nutzern in den USA eine direkte Reisebuchung aus der App heraus, berichtet Engadget.com. Unter dem Namen „Tiktok Go“ ließen sich Touren, Hotels und Attraktionen, die in Videos auftauchten, über ein neues Menü sofort reservieren. Als Partner habe Tiktok Booking.com, Expedia, Getyourguide, Tiqet, Trip.com und Viator gewonnen. Creator sollten über Provisionen und Kampagnen mitverdienen. Buchen dürfe vorerst nur, wer volljährig sei und sich in den Vereinigten Staaten aufhalte.

Der Gewinn von JD.com halbiert sich
Der chinesische Online-Riese JD.com hat im ersten Quartal im Jahresvergleich einen Gewinneinbruch um 53,2 Prozent auf 663 Mio. Euro hinnehmen müssen, berichtet Scmp.com. Verantwortlich sei der zähe Preiskampf im E-Commerce und bei Essenslieferungen und die gedämpfte Konsumnachfrage nach Zurückfahren staatlicher Subventionen. Immerhin habe das Unternehmen nach dem ersten Quartalsverlust seiner Geschichte Ende 2025 wieder schwarze Zahlen geschrieben; der Nettoumsatz sei um 4,9 Prozent auf 41,04 Mrd. Euro geklettert.

Ebay weist Gamestop ab: 56 Mrd. Dollar zu wenig glaubwürdig
Ebay weist das unaufgeforderte Übernahmeangebot von Gamestop über 56 Mrd. Dollar als „weder glaubwürdig noch attraktiv“ zurück, berichtet Engadget.com. Das Größenverhältnis erinnere an Mücke und Elefant: Gamestop bringe rund elf Mrd. Dollar Marktwert auf die Waage, Ebay etwa 45 Mrd. Dollar. Geboten seien 125 Dollar je Aktie, hälftig bar und in eigenen Aktien, finanziert auch über einen Kredit von 20 Mrd. Dollar. CEO Ryan Cohen habe allerdings die Herkunft des restlichen Kapitals nicht klären können. Gamestop erwäge nun, die Ebay-Aktionäre direkt anzusprechen.

Amazon Now in zahlreichen Großstädten ausgerollt
Amazon weitet seinen Halbstunden-Versand „Amazon Now“ auf zahlreiche US-Städte aus, meldet Techcrunch.com. Vom Pilotbetrieb in Seattle und Philadelphia ausgehend, decke der Dienst nun auch Atlanta, Dallas, Phoenix und weitere Metropolen ab. Prime-Mitglieder zahlten 3,99 Dollar pro Bestellung, Nicht-Mitglieder 13,99. Lieferbare Artikel, hauptsächlich aus den Kategorien Lebensmittel, Drogerie, Elektronik, Baby- und Tierbedarf sowie – wo erlaubt – Alkohol, seien in der App und auf der Website mit „30-Minuten-Lieferung“ gekennzeichnet.

Shein verklagt Temu wegen Urheberrechtsverletzungen
Vor dem Londoner High Court hat ein zweiwöchiger Prozess zwischen den Fast-Fashion-Rivalen Shein und Temu begonnen, berichtet Reuters.com. Shein werfe Temu Urheberrechtsverletzungen „im industriellen Maßstab“ vor: Der Marktplatz habe Tausende Fotos genutzt, um Kopien von Sheins Eigenmarken anzupreisen. Temu kontere mit einer Gegenklage und fordere Schadenersatz wegen der nach Sheins einstweiliger Verfügung entfernten Angebote.

Allegro und OpenAI bauen gemeinsam KI-Assistenten
Der polnische Marktplatz Allegro hat eine Partnerschaft mit OpenAI geschlossen, meldet Ecommercenews.eu. Gemeinsam wolle man KI-Anwendungen für den Online-Handel entwerfen, testen und ausrollen. Die Werkzeuge sollten Verkäufern Echtzeit-Einblicke liefern, Fragen beantworten, Bewertungskennzahlen erläutern und Schwachstellen aufdecken. Geplant seien außerdem Funktionen für Angebotsoptimierung, Preisgestaltung und Logistik. Ziel sei, den Einkauf zu vereinfachen, das Marketing zu schärfen und die Produktentwicklung zu beschleunigen.


Print-Mailings bringen 961 Prozent Werbeertrag
Print-Mailings entfalten im Online-Handel weiterhin beachtliche Werbewirkung, zitiert Retail-News.de die „CMC Print-Mailing-Studie 2026“. Empfänger gäben im Schnitt rund 25 Prozent mehr aus als zuvor, die Konversionsrate liege bei vier Prozent, der Werbeertrag bei 961 Prozent. Fast die Hälfte der Bestellungen treffe erst ab der fünften Woche nach Aussendung ein. Hohe Rabatte zögen zwar mehr Käufe nach sich, lohnten sich aber vor allem bei Gelegenheitskunden. Bei Stammkunden erwiesen sich niedrigere Gutscheinwerte als wirtschaftlicher.

Vergleichsportale überholen Versicherer beim Abschluss
Neun von zehn Deutschen haben mindestens einmal eine Versicherung im Netz abgeschlossen, so eine Befragung des Bitkom. Damit klettere der Anteil binnen eines Jahres von 83 auf 89 Prozent. Den Weg ebneten vor allem Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox mit 57 Prozent, gefolgt vom Direktabschluss beim Versicherer mit 49 Prozent und dem Online-Handel mit 43 Prozent. Besonders häufig wanderten zuletzt Tier- und Reiserücktrittspolicen ins Netz.
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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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