Der IT-Arbeitsmarkt schrumpft weiter

Der IT-Arbeitsmarkt schrumpft weiter

Verhaltene Unternehmensentscheidungen bei Investitionen und Personal, Firmenpleiten und Fusionen: Die Entwicklungen auf dem IT-Markt haben den Personalberatungen in 2001 zweistellige Umsatzeinbrüche beschert. Auch in diesem Jahr laufen die Geschäfte nur mäßig.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
Teilen

Im Gespräch mit der IT-Fachzeitung Computerwoche geben sich die Personalexperten pessimistisch, dass sich der IT-Arbeitsmarkt vor 2003 erholen wird. Das Niveau des Stellenmarkts sei damit derzeit auf das Niveau von 1995 und 1996 geschrumpft, erklären die Hamburger Marktforscher von EMC. Allerdings sei der Stellenmarkt in Boomzeiten auch regelrecht aufgebläht worden: "Die Unternehmen mussten damals Anzeigen oft über mehrere Wochen und auch in mehreren Medien publizieren, um überhaupt einen befriedigenden Rücklauf zu erzielen", erinnert sich Klaus Buddeberg von EMC.

Ganz anders sieht es heute aus: "Firmen schreiben eine offene Position nur noch aus, wenn sie sie auf keinem anderen Weg besetzen können. Das ist aber immer seltener der Fall, da die Unternehmen sehr viel Initiativbewerbungen bekommen", so die Erfahrung von Kerstin Karuschkat von der 3K Personalberatung, Hamburg. Überqualifizierungen bei Neueinstellung sind längst keine Seltenheit mehr, so Karuschkat weiter: "Inzwischen werden Positionen mit Kandidaten besetzt, die zuvor zwei Ebenen höher gearbeitet haben." Im Durchschnitt müssten Bewerber heute damit rechnen, dass die Suche nach einem neuen Job durchschnittlich mindestens sechs Monate dauere - nicht zuletzt auch deshalb, weil sich der Einstellungsprozess in den Unternehmen wegen des nachlassenden Drucks verlangsamt habe.

Angesichts des geringeren Jobangebots und der schlechten Aussicht, die eigene Karriere vorantreiben zu können, warnen derzeit sogar Headhunter davor, den Job zu wechseln. "Zurzeit besteht durchaus die Gefahr, dass Mitarbeiter nicht aufgrund ihrer mangelnden Qualifikation oder der sozialen Kompetenz in der Probezeit scheitern, sondern weil das Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt", so Kienbaum-Berater Hans-Jürgen Rohrmeier. (ST)

Teilen
Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.