Designer sollen Karstadt und Kaufhof aufpeppen

Designer sollen Karstadt und Kaufhof aufpeppen

Die großen Kaufhäuser kämpfen. Traditionsreiche Marken wie Hertie sind verschwunden, die Rettung von Karstadt ist erst nach langem Ringen gelungen. Für frischen Wind sollen nun Designer und ihre Ideen sorgen.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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"Bei der Couture ist man so sehr unter seinesgleichen, dass man auch wieder ausbrechen möchte", sagte der 65-Jährige am Dienstag bei der Vorstellung der Kooperation am heutigen Dienstag in Berlin.

Wolfgang Joop kooperiert mit Kaufhof

Joop, dessen Namen auch helfen soll, den insolventen Wäschehersteller Schiesser ("Feinripp") an die Börse zu bringen, will das Warenhaus zur Erlebniswelt machen. Damit will er die Kunden von Internet und Teleshopping wegholen. Es gilt aber vor allem, die Käufer aus den modernen Einkaufscentern zu locken: Mit ihrem Angebot zu dem immer eine bunte gastronomische Palette gehört, haben sie sich in den Innenstädten zu Magneten entwickelt.

Eine harte Konkurrenz stellen auch spezialisierte Fachhändler dar. Die Warenhäuser stehen irgendwo in der Mitte. Die meisten von ihnen sind in Fußgängerzonen und langweilen die Kunden oft mit durchschnittlichem Warenangebot.

Mehr Glanz und Kunden sollen neue kreative Wege bringen. Ein Rezept, auf das auch Karstadt-Investor Nicolas Berggruen nach der Rettung der traditionellen Warenhauskette setzt: Jünger und modischer sollen die Häuser werden. Helfen soll der kalifornische Designer Max Azria, der einen guten Draht zur Hollywood-Prominenz hat und mit seiner Gruppe in weltweit 42 Ländern mehr als 1000 eigene Läden betreibt.

Max Azaria soll Karstadt schick machen

Azria rühmt sich, dass Stars wie Angelina Jolie oder Eva Mendes zu den Fans seiner Alltagsmode zählen. Seine Haute-Couture-Kreationen werden auf dem roten Teppich gezeigt. Dennoch war sich der Designer nicht für die US-Supermarktkette Wal-Mart zu schade: Azria entwarf für den Discounter eine Modekollektion von Teenie-Star Miley Cyrus.

Ob Joop für Kaufhof eine eigene Kollektion entwerfen wird, ließen die neuen Geschäftspartner zunächst offen. Seine Ideen sollten jedoch das Erscheinungsbild des Warenhauses auf allen Ebenen beeinflussen. Auch eine Neugestaltung des Logos sei denkbar, hieß es.

Mit neuen Ideen will sich das Warenhaus am Markt behaupten. Der Handelsriese Metro lotet den Verkauf seiner profitablen Tochter Kaufhof aus. Anlass zur Eile sieht die Metro AG jedoch nicht. Kaufhof beschäftigt eigenen Angaben zufolge rund 25.000 Mitarbeiter und hat täglich etwa zwei Millionen Kunden. Der Jahresumsatz lag im vergangenen Jahr bei 3,5 Milliarden Euro.

Marion van der Kraats, dpa

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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