
Deutsche Behörden nicht bürgerfreundlich
Nachholbedarf in Deutschland bei E-Government: Wer beispielsweise eine Geburts- oder Heiratsurkunde online beantragen oder sich an einer Hochschule einschreiben möchte, hat schlechte Karten.
Björn BöerChefredakteurBei einer durchschnittlichen Gesamtbewertung der bestehenden Service-Angebote von staatlichen Stellen und Gemeinden im Internet von 45% (vollständige Abwicklung auf elektronischem Weg entspricht 100%) liegen europaweit vor allem die Möglichkeiten der Arbeitsvermittlung (81%), der Abgabe der Einkommenssteuererklärung (74%) und der Mehrwertsteuer (68%) vorn. Schlusslicht sind die Leistungen im Gesundheitswesen (7%). Insgesamt gehen die Angebote öffentlicher Service-Leistungen für Unternehmen (54%) deutlich mehr in Richtung kompletter Abwicklung über das Internet als die Angebote an die Bürger (40%). Einzige Ausnahme bilden die Benelux-Staaten, in denen die Leistungen für die Bevölkerung besser umgesetzt sind.
Mit einem Durchschnittswert von 62% der maximal erreichbaren Punktzahl schneiden insbesondere Angebote gut ab, die für staatliche- und kommunale Stellen Einnahmen versprechen und hinter denen einfache Abläufe sowie zentral koordinierte Dienstleistungen stehen. Dänemark, Norwegen und Frankreich haben hier die Nase vorn. Im Gegensatz dazu erzielen Dienstleistungen wie die Vergabe von Baugenehmigungen, Umweltzertifikaten oder Immatrikulationen an Hochschulen und Fachhochschulen aufgrund der komplexen administrativen Prozesse nur geringe Werte. (ST)
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Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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