Deutsche bevorzugen große Tannenbäume

Deutsche bevorzugen große Tannenbäume

Von wegen teurer: Größer als sonst sind die Weihnachtsbäume in diesem Jahr. Kurz vor dem Fest haben die Deutschen ihre Bäume gekauft, und zwar genauso viele wie im Vorjahr, bei stabilen Preisen. Das ärgert den Fachhandel.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Dafür seien die Bäume mit einer Durchschnittsgröße von 1,69 Metern um einige Zentimeter länger als in den Vorjahren, teilte der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) mit. Grund sei, dass die Bäume im vergangenen feuchten Sommer gut wachsen konnten. Daher seien viele große Tannen im Angebot gewesen.

Stabile Preise machen Händler sauer

Nennenswerte Preissteigerungen gab es nicht - worüber der Fachhandel "ziemlich sauer" sei, sagte HDH-Sprecherin Ursula Geismann der Nachrichtenagentur dpa. Denn neben den Fachgeschäften verkauften auch Baumärkte, Discounter oder Lebensmittelläden Weihnachtsbäume.

"Die Preise sind nicht gestiegen, weil die Vertriebswege erweitert wurden", erklärte sie. So blieben die Meterpreise für frische Ware stabil bei 16 bis 22 Euro. Noch Anfang Dezember hatte der Verband angekündigt, Preiserhöhung um 3 bis 5 Prozent wegen des insgesamt teureren Holzes seien möglich.

Der Trend geht zum Zweitbaum

Der Umsatz, der mit Weihnachtsbäumen erzielt wurde, blieb mit 697 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres. "Grund für den stabilen Umsatz sind auf der einen Seite nach wie vor der Wunsch nach einem zweiten Baum vieler Familien gepaart mit mehr Singlehaushalten", sagte HDH-Hauptgeschäftsführer Dirk-Uwe Klaas.

"Auf der anderen Seite verreisen aber wieder mehr Bundesbürger als im vergangenen Jahr, so dass manches Wohnzimmer leer und die Gesamtzahl an Weihnachtsbäumen nahezu gleich bleibt."

Nach Geismanns Worten steigt die Zahl der verkauften Weihnachtsbäume in Deutschland seit Jahren leicht. Im Jahr 2000 waren es rund 24 Millionen Bäume. Der Umsatz lag damals bei 409 Millionen Euro.

Nordmanntanne ist der Deutschen Liebling

Der beliebteste Weihnachtsbaum in Deutschland bleibt die Nordmanntanne - mit einem Anteil von 75 Prozent. Der Siegeszug dieses Baums begann den Angaben zufolge erst in den 1980er Jahren, vorher standen vor allem Fichten und Blautannen in den deutschen Wohnzimmern. Nordmanntannen, die sich besonders lange halten, stammen ursprünglich aus dem Kaukasus.

Gut zwei Drittel der Weihnachtsbäume sind in Deutschland gewachsen, der Rest wird importiert, vor allem aus Skandinavien. Zunehmend kämen aber auch Bäume aus Osteuropa.

Umgekehrt seien deutsche Weihnachtsbäume auch im Ausland gefragt, etwa in Holland und Belgien sowie seit einigen Jahren auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten: In den Luxushotels in Dubai und Abu Dhabi will nach Verbandsangaben kein Tourist zu Weihnachten "auf diesen schönen Brauch verzichten".

Von Thomas Strünkelnberg, dpa

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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