Deutsche Krankenhäuser: Papier statt E-Mail

Deutsche Krankenhäuser: Papier statt E-Mail

Wissenschaftler der Fachhochschule Osnabrück haben den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) in deutschen Krankenhäusern untersucht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Einrichtungen noch weit von der vernetzten High-Tech-Klinik entfernt sind.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Die Forscher fanden heraus, dass die Kooperation der Krankenhäuser mit verschiedenen Gesundheitseinrichtungen wie Rehakliniken, Ärzten und Apotheken immer besser funktioniert. Während die befragten Krankenhäuser zum Anfang des letzten Jahres nur 643 derartige Verträge abgeschlossen hatten, waren es zum Jahresende 2005 schon dreimal so viel.

"Man würde vermuten, dass der Zusammenschluss von Einrichtungen dazu führt, dass Partner vermehrt über elektronische Medien miteinander kommunizieren", bemerkt Ursula Hübner, Leiterin der Studie. Die Forscher konnten diese These in ihrer Studie jedoch nicht bestätigen. Bei 57 Prozent der abgeschlossenen Verträge erfolgt der Datenaustausch der einzelnen Institutionen auf Papierbasis, bei 26 Prozent sowohl in elektronischer als auch in herkömmlicher Papierform und nur bei 17 Prozent rein elektronisch. Ob dies auf Anlaufschwierigkeiten mit der neuen Technologie zurückzuführen ist oder ob die Krankenhäuser die Bedeutung von IuK einfach nicht erkannt haben, wollen die Forscher noch herausfinden.

Für ihre Studie befragten die Wissenschaftler 335 Krankenhäuser in ganz Deutschland. Nur acht Prozent der Kliniken setzen derzeit eine Elektronische Patientenakte (EPA) ein. 33,6 Prozent haben begonnen, ein solches Verzeichnis einzuführen und 36 Prozent gaben an, sich damit noch gar nicht zu beschäftigen. Eine EPA speichert sämtliche Daten eines Patienten und ermöglicht den Abruf der Befunde rund um die Uhr. Die Datenbank spart den Patienten unnötige Mehrfachuntersuchungen und kann im Notfall Leben retten, da Eckdaten wie Laborwerte und Blutgruppenzugehörigkeit innerhalb von Sekunden zur Verfügung stehen. (KC)


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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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