Deutsche wollen mehr Geld ausgeben

Deutsche wollen mehr Geld ausgeben

Die Deutschen überraschen zurzeit mit ungewohntem Optimismus - gegen den Trend in fast allen Industrieländern. Mehr investieren wollen die Verbraucher vor allem in Lebensmittel, Urlaubsreisen und Kleidung.

USUlrike Sanz GrossónRedakteurin
3 Min.· Aktualisiert am
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Das ist das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG), für die im März und April 2011 mehr als 24.000 Verbraucher in 21 Ländern zu ihren Konsumgewohnheiten befragt wurden, darunter 1.200 Deutsche.

Sorge um den Arbeitsplatz nimmt ab

Auch die berufliche Unsicherheit nahm hierzulande um 16 Punktepunkte ab: Nur noch zwölf Prozent der Deutschen sorgen sich um ihren Job. Das bedeutet eine Trendwende, denn im letzten Jahr lagen die Bundesbürger im selben Vergleich noch an der Spitze.

Entgegen der Tendenz in Westeuropa planen zudem 65 Prozent der Deutschen, ihre Konsumausgaben gleich zu halten oder sogar zu erhöhen. Die Verbraucher möchten sich wieder etwas gönnen - auch wenn Luxusgüter und Schmuck weiter im Kurs fallen. Für Urlaubsreisen, frische und Bio-Lebensmittel sowie für Kinderkleidung wollen die Deutschen dagegen mehr Geld ausgeben als unbedingt nötig; dieser Trend hat sich im Vorjahresvergleich weiter verstärkt.

Nur jeder vierte Deutsche fühlt sich von der Krise betroffen

Die wirtschaftliche Erholung in vielen Industrieländern ist offenbar noch nicht bei allen Konsumenten angekommen. Im Gegenteil: In Europa, Indien und China stieg die Angst um die persönliche Zukunft sogar an. In Italien zum Beispiel von 43 auf rund 70 Prozent innerhalb des letzten Jahres.

Einzig Deutschland verzeichnet einen Rückgang von 50 auf 34 Prozent und liegt damit unter dem Niveau von 2007. Zudem fühlen sich nur noch 28 Prozent der deutschen Verbraucher persönlich von der Wirtschaftskrise betroffen - in den EU-5-Ländern sind es im Durchschnitt 47, in den USA sogar 57 Prozent.

Die negative Gefühlslage der Konsumenten weltweit wirkt sich auf das Kaufverhalten aus: 90 Prozent der Verbraucher in den Industrieländern wollen der Umfrage zufolge ihre Ausgaben gleichhalten oder sogar kürzen. In Deutschland planen deutlich weniger Verbraucher, ihre Ausgaben zu kürzen als im westeuropäischen Vergleich. Der Wert fiel im Vorjahresvergleich um neun Punkte auf 35 Prozent.

Preisvergleich bleibt wichtig

Auch die Affinität zu "grünen" Produkten wächst schnell. Mit rund 40 Prozent ist die Bereitschaft in Deutschland unter den EU-5-Ländern am größten, dafür einen Aufpreis zu bezahlen. Trotzdem spielt der Preis für deutsche Verbraucher nach wie vor eine Rolle. Die Mehrheit (67 Prozent) gibt an, künftig noch mehr Zeit in die Suche nach Preisvergleichen zu investieren.

Ebenso viele Deutsche wollen noch mehr bei Sonderangeboten zuschlagen - Deutschland ist das einzige Land unter den EU-5, wo zudem am häufigsten in Discount-Supermärkten eingekauft wird. Weiterhin sparen wollen deutsche Konsumenten besonders bei Handyverträgen, Fast Food und Schmuck.

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Geschrieben vonUlrike Sanz Grossón

Redakteurin

Ulrike Sanz Grossón schreibt seit 2017 auf etailment.de über die digitalen Konzepte großer und kleinerer Einzelhandelsunternehmen. Die studierte Germanistin und Amerikanistin war journalistisch zunächst als freie Mitarbeiterin in der Lokalredaktion der "Taunus-Zeitung" (Frankfurter Neue Presse) und bei "Horizont" tätig. Es folgte das Volontariat bei der "Lebensmittel Zeitung". Seit 2003 schreibt sie als Redakteurin für verschiedene Publikationen des Deutschen Fachverlags.

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