DGB-Chef zieht die Moral-Karte

DGB-Chef zieht die Moral-Karte

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, sieht die Wirtschaft für den Erhalt von Arbeitsplätzen "in der moralischen Verantwortung".

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Manager hätten "tausendfach Menschen entlassen, nur um einigen Aktionären unseriöse Renditen und sich selbst unmoralische Gehälter zu garantieren," zetert der DGB-Chef.

Kündigungsverzicht hilft nicht

Zu dem von der Wirtschaft in Aussicht gestellten freiwilligen Kündigungsverzicht gab Sommer zu bedenken, damit sei "weder den Leiharbeitern geholfen, die ja teilweise über ein Drittel der Belegschaften in großen Betrieben ausmachen, noch den befristet Beschäftigten, deren Verträge einfach nicht verlängert werden."

Er sprach von der "moralischen Pflicht" vor allem börsennotierter Großunternehmen, "alles zu tun, ihre Beschäftigten vor Entlassungen zu schützen".

Kein neues Bündnis für Arbeit

Ein neues "Bündnis für Arbeit" zur Krisenbewältigung lehnte Sommer ab. Es sei aktuell "nicht die Zeit für die Suche nach kleinsten Gemeinsamkeiten", wie man es von solchen Runden kenne. "Gefordert ist jetzt der große Wurf, der wirtschaftliche Notzeiten für Deutschland verhindert." Dabei sei vor allem die Bundesregierung am Zug.

Von niedrigeren Steuern zur Konjunkturankurbelung halte er "wenig bis nichts". "In einer Zeit, in der der Staat mit großen Investitionsprogrammen Konjunktur und Wirtschaft stützen muss, können wir ihn nicht noch zusätzlich durch allgemeine Steuersenkungen schwächen", sagte der DGB-Chef.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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