Die Zellteilung von Metro

Die Zellteilung von Metro

Aus einem großen Konzern werden viele kleine Geschäftsbereiche. Metro ordnet sich neu - und sorgt damit überall für große Freude.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Stimmen Vorstand und Aufsichtsrat der Metro den Plänen nach weiterer Prüfung zu, soll die Aufspaltung bis Mitte 2017 umgesetzt werden. Die Großaktionäre Haniel, Schmidt-Ruthenbeck und Beisheim unterstützen das Vorhaben, wie der Konzern mitteilte. Aber auch die anderen Aktionäre werden auf einer Hauptversammlung die Gelegenheit bekommen, über den Schritt abzustimmen. An der Börse schnellte die Metro-Aktie nach Bekanntgabe der Pläne um rund neun Prozent in die Höhe.

Dynamischer agieren, Wachstum beschleunigen

Koch betonte, zwischen den beiden Metro-Unternehmenssparten existierten nur sehr wenige operative Überschneidungen und sehr wenige Synergien. Deshalb habe es keinen Sinn, weiter an der bestehenden Struktur festzuhalten. Unabhängig voneinander könnten die Sparten dynamischer und effizienter agieren und ihr Wachstum beschleunigen.

Durch einen Spin-Off (Ausgliederung) sollen deshalb das Großhandelsgeschäft mit den Marken Metro Cash&Carry und Makro sowie die SB-Warenhauskette Real aus dem Konzern abgespalten und als selbstständiges börsennotiertes Unternehmen weitergeführt werden. Die Leitung soll der bisherige Konzernchef Koch übernehmen. Auf den Bereich entfallen knapp zwei Drittel des Metro-Umsatzes und drei Viertel des operativen Ergebnisses.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2014/15 war der Umsatz des Metro-Konzerns um 1,2 Prozent auf 59,2 Milliarden Euro gestiegen. Das EBIT vor Sonderfaktoren sank leicht auf 1,5 Milliarden Euro.

Media-Saturn soll einen neuen Namen bekommen

Unter dem bisherigen Dach der Metro AG verbliebe nach der Abspaltung allein Europas größte Elektronikkette Media-Saturn. Sie soll künftig - unter neuem Namen - vom Media-Saturn-Chef Pieter Haas geführt werden. Die Aktionäre der Metro AG sollen nach den bisherigen Plänen Aktien an beiden Gesellschaften im Verhältnis zu ihren Anteilen erhalten.

Die Abspaltung werde aber auch für die Beschäftigten positive Effekte haben, meinte Koch. "Wir gehen davon aus, dass wir die Wachstumsdynamik erhöhen können. Deshalb sollten wir in der Lage sein, mehr Beschäftigung zu ermöglichen." Metro beschäftigt in 30 Ländern rund 230.000 Mitarbeiter. Beide Unternehmenszentralen sollen in Düsseldorf sein. Das operative Geschäft von Media Saturn werde aber weiter von Ingolstadt aus gelenkt, sagte Koch.

Applaus von den Aktionärsvertretern

Media Saturn-Chef Haas begrüßte die Pläne. "Wir hätten künftig eine Mehrheitsgesellschafterin, die sich ausschließlich auf unsere Branche konzentriert und wir wären der Kern ihrer Aktivitäten", betonte der Manager. Er sehe großes Potenzial, dass auf diese Weise verstärkt in Zukunftsthemen investiert werden könne.

Auch bei Aktionärsvertretern stießen die Pläne auf Zustimmung. Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Das macht Sinn und könnte den Börsenwert erheblich steigern."

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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