
dm beerdigt Amazon-Shop, Douglas dementiert Verkaufsgerüchte, Otto, Upcload, Noblego, Vamo
DM Drogeriemarkt: Der Drogeriemarktbetreiber dm nimmt seinen Amazon-Shop mit 1700 Artikeln nach zwei Jahren wieder vom Netz. Grund: Lohnt nicht. Nach Informationen der Lebensmittel Zeitung soll der Erlös des Internet-Shops nur knapp über dem einer durchschnittlichen dm-Filiale gelegen haben. (Now Reading: "Uns geht's ja noch Gold" - Walter Kempowski.) Jetzt lesen: Amazon und Wal-Mart geraten in Bewegung und Bono von U2 investiert in ein Reise-Start-up.
Jetzt lesen: Amazon und Wal-Mart geraten in Bewegung und Bono von U2 investiert in ein Reise-Start-up.
Amazon: Wieder einmal wird gestreikt - Zum sechsten Mal innerhalb von drei Monaten. Diesmal in Leipzig. Amazon reagiert inzwischen: zahlt Weihnachtsgeld und 4 Prozent mehr Lohn. Verdi ("ein Almosen") will aber immer noch einen Tarifvertrag.
Zitat des Tages: "Wir bauen Produktsegemente mit niedriger Retourenquote stärker aus.“ Marc Sommer, Vorsitzender der Geschäftsführung des Ökomode-Anbieters Hess Natur, erklärt seine Strategie.
Douglas: Manager-Magazin so: Douglas-Investor Advent stelle Thalia, Appelrath-Cüpper und Hussel zur Disposition, wolle womöglich verkaufen. Douglas so: Nö. Genauer: "Es gibt keine laufenden Verkaufsprozesse“, sagt eine Sprecherin gegenüber buchmarkt.de.
Netto: Nun also doch: Discounter Netto will noch in diesem Jahr in den E-Commerce einsteigen, meldet die Lebensmittel Zeitung. Die Edeka-Tochter dürfte sich aber zunächst auf das Nonfood-Sortiment konzentrieren. Pikant: Das Projekt betreut laut Medienbericht Ex-Lidl-Manager Michael Kleiner, der als Mitglied der Geschäftsleitung E-Commerce am Aufbau des Onlineshops des Wettbewerbers Lidl beteiligt war.
Otto: Die Otto Group erhielt von 2007 bis 2012 8,903 Mill. Euro an Zuschüsssen aus dem Bund-Länder-Topf für ausgewählte, strukturschwache Regionen. Zweitgrößter Profiteur im Online-Handel war Zalando mit mehr als 3,29 Mill. Euro. Die Fördermittel wanderten vor allem in Logistik-Projekte. TextilWirtschaft
Upcload: Der Umgang mit PC, Webcam und CD zur Messung bei der virtuellen Anprobe war vielen Kunden wohl zu komplex. Deshalb bietet Anbieter Upcload jetzt eine reduzierte Variante an. Die neue statistikbasierte Lösung verlangt nur die Eingabe von Körpergröße, Gewicht und Figurtyp. Ein Algorithmus besorgt den Rest. Das System nutzen bereits die Otto-Marken Melrose und Flashlight sowie Dress-for-less, Jack Wolfskin, QVC und Puma. Die umfangreiche Vermessung der beiden Gründer Sebastian Schulze und Asaf Moses (Foto) wird noch bei Maßschneidereien eingesetzt. etailment
Kisura: Das neue Styling-Helfer-Portal Kisura, das Frauen im Abo-Modell beim Modeshopping betreuen will, hat ein erstes Webvideo veröffentlicht und zeigt, dass man mit wenig Geld und wenig Ideen einen Spot hinbekommt, der - seien wir fair - auch nicht schlechter ist als 90 Prozent der Clips im TV.
Noblego: Der Online-Anbieter von Zigarren hat auch mal wieder ein Video ins Netz gestellt und zeigt wie ein Online-Shop mit wenig Aufwand Authentizität erzeugen kann. Man lässt einen Zigarrenmacher mit Latino-Charme einfach selbst vom Zigarre-Drehen erzählen und untertitelt das Ganze. Allerdings überdreht es Noblego mit den Gelegenheiten, Logo und Webadresse beinahe überall einzublenden. Positiv: Das Logo im Video ist klickbar.
Real: Die SB-Warenhauskette bastelt am Drive-In-Konzept. Gefragt sind neue Konzepte und vor allem gute Standorte. Lebensmittel Zeitung
Nugg.ad: Nico Lumma, zuletzt COO bei Digital Pioneers (Stuffle) und als Director Social Media bei Scholz & Friends tätig, heuert beim Targeting-Dienstleister Nugg.ad an und leitet nun bei der Post-Tochter das im Oktober 2012 gelaunchte Inkubatoren-Programm.
Digitale Welt:
Vamo: PR-Coup für das Reise-Portal Vamo. Das Start-up von Ex-Facebook-Manager Ari Steinberg holte unter anderem Bono von U2 und Path-Gründer Dave Morin als Investoren an Bord. Gesamtsumme der Finanzierungsrunde: 1,6 Million Dollar. Was genau das Tolle an Vamo, das "Simplified trip planning" verspricht, sein soll? Steinberg geheimnist noch herum. Geekwire
Wal-Mart: US-Riese Wal-Mart vertraut in Sachen E-Food und Logistik offenbar zunehmend auf seine eigenen Läden. Auch kleinere Stores in Innenstädten könnten stärker in das System eingebunden werden. Daily Finance liefert dazu interessante Einblicke und schaut auch auf Amazon. Das Ziel der beiden Big Player, immer näher an den Kunden zu rücken, dürfte bei den Logistik-Unternehmen für Sorgenfalten sorgen. Daran erinnert Reuters. Da geht Umsatz verloren. Kein Wunder also, dass DHL mit Macht bei E-Food auf die Tube drückt.
Gilt: Der US-Shopping-Club startet ein Bonusprogramm, das Loyality-Punkte nicht nur beim Einkauf anrechnet, sondern auch für Empfehlungen. Die Punkte können auch gegen spezielle Services bei Gilt eingetauscht werden. WWD
Google: Google plant Pay-TV fürs Netz und verhandelt bereits mit US-Medienhäusern über Lizenzen. Die Online-Videothek könnte dem System "Entertain" der Telekom ähneln. WSJ
Manpacks: Rasierklingen kann man ja nie genug haben. Nach dem großen US-Vorbild DollarShaveClub und Mornin Glory hierzulande startet nun Manpacks, bislang so eine Art Gemischtwarenladen für Männerkram, mit einem Abo-Angebot. Pando Daily führt die Klinge zum Thema.
Yelp: Nachdem die Bewertungsplattform Yelp, die sich das deutsche Pendant Qype einverleibt hat, über eine Kooperation mit Eat24 und Delivery.com in den USA in das Segment der Lebensmittel-Lieferdienste eingestiegen ist, hat man nun auch noch SeatMe gekauft - ein Online-Reservierungssystem für Restaurants. Yelp zahlt dafür rund 12 Millionen Dollar. Techchrunch
Digitales Wissen:
Cross-Channel: 2012 wurden knapp neun Milliarden Euro Umsatz mit Modeprodukten im Internet erzielt. Online-Shops, die mit dem PC oder Laptop angesteuert werden, beeinflussen umgekehrt die stationären Umsätze. So ist eine Informationssuche in Online-Shops für über ein Viertel der stationären Modeumsätze verantwortlich – insgesamt also für 11,5 Milliarden Euro. Der umgekehrte Weg – Offline-Recherche mit anschließendem Online-Kauf – wird deutlich seltener beschritten. Lediglich 1,2 Milliarden Euro Umsatz (14 %) werden vor dem Kauf in Online-Shops durch eine stationäre Recherche vorbereitet. Da haben auch noch Kataloge Relevanz: Die Analyse im neuen ECC-Whitepaper „Der Cross-Channel-Effekt – Eine branchenspezifische Betrachtung: Fashion & Accessoires“ in Zusammenarbeit mit hybris zeigt, dass sie für 11,5 Prozent des stationären und 14,1 Prozent des Online-Umsatzes verantwortlich sind.
Mobile Commerce: Smartphone- und Tablet-Nutzer wickeln Online-Käufe lieber über die mobile Internetseite des Unternehmens (48%) ab, als über eine entsprechende App (41%). Eine britische Online-Studie des Hybris-Partners Portaltech Reply zeigt aber auch, dass App-Nutzer häufiger einen Einkauf tätigen. In jedem Fall aber ist das Tablet ein Shopping-Bag. 90% der befragten Tablet-Nutzer sucht mit dem Tablet nach Informationen und sogar 79% tätigt einen Einkauf. Fast zwei Drittel der interviewten Smartphone-Nutzer (66%) kauft direkt mit dem Mobilgerät ein: davon einige wöchentlich (32%, 14% mehr als letztes Jahr), andere monatlich (25%).
Pinterest: Die Bilder-Pinnwand Pinterest ist hierzulande eher noch die Kirsche auf dem Sahnehäubchen bei der Media-Planung. Im englischsprachigen Raum ist Pinterest für viele Onliner längst ein Must-have. E-Consultancy hat sich die Aktivitäten der britischen Top-Ten-Retailer angesehen. etailment betrachtete kürzlich Zalando bei Pinterest.
Digitale Trends & Fakten:
Zahl des Tages: Facebook-Seitenbetreiber müssen damit rechnen Vertragsstrafen über 3.000 Euro zu zahlen, wenn das Impressum der Facebook-Seite auf mobilen Endgeräten nicht sichtbar ist, weil entsprechende Abmahner unterwegs sind. t3n
Video des Tages: PayByPhone erklärt, wie man in Seattle mobil an der Parkuhr bezahlen kann. Geekwire
Lesetipp des Tages: Weniger ist mehr: Speckyboy zeigt 50 E-Commerce-Websites mit reduziertem Design.
Beliebtester Beitrag am Vortag: Kurz vor 9: P&C macht Zalando-CMO Meermann zum Online-Chef
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Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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