Dotcoms etablieren sich

Dotcoms etablieren sich

66% der deutschen Internet-Firmen arbeiten gewinnbringend. PricewaterhouseCoopers ermittelte in einer neuen Umfrage, dass Dotcom-Unternehmen schwarze Zahlen wichtiger einschätzen als den Börsengang.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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PricewaterhouseCoopers hatte bereits im Juli 2000 Manager von 400 Dotcom-Unternehmen der Internet-Branche zu den wichtigsten Herausforderungen in den Bereichen Unternehmensführung, Finanzierung und Geschäftsmodelle befragt. Die Nachfolgestudie soll nun aufzeigen, wie sich der europäische Internet-Markt innerhalb eines Jahres entwickelt hat.

Demnach sind rund 90% der ursprünglich befragten europäischen Internet-Firmen auch heute noch auf dem Markt - davon 95% der deutschen Unternehmen. Damit gab es in den vergangenen Monaten in Europa in diesem Segment weniger Insolvenzen als vermutet.

Nach Ansicht von PricewaterhouseCoopers nutzen viele der befragten Internet-Unternehmen die veränderten Marktbedingungen, um ihre Strategien zu überprüfen. 24% der befragten Dotcom-Manager haben ihr ursprüngliches Geschäftsmodell bereits geändert. Die Vorstellungen, wie Gewinne erzielt werden können, sind in den einzelnen europäischen Ländern jedoch unterschiedlich. 32% der befragten Manager in Deutschland und 24% in Großbritannien konzentrieren sich darauf, ihre Kosten und Gemeinkosten zu senken; in Frankreich setzen Internet-Unternehmen vermehrt auf eine bessere Produktqualität (22%). Holländische Unternehmen sind der Meinung, dass ein intensiveres Marketing ihre Geschäfte verbessert (34%).

Die Profitabilität der befragten Unternehmen ist europaweit sehr unterschiedlich. Britische Internet-Firmen arbeiten deutlich weniger gewinnbringend als ihre europäischen Wettbewerber. Nur 24% der britischen Unternehmen geben an, mit Gewinn zu arbeiten. Im Vergleich dazu erzielen 66% der Dotcom-Unternehmen in Deutschland, 61% in den Niederlanden und 49% in Frankreich Gewinn.

Auch die Skepsis von Investoren und Medien hat in den vergangenen Monaten die Kapitalbeschaffung für Internet-Firmen deutlich erschwert. Bereits im vergangenen Jahr bekamen die Dotcoms das zunehmend härtere Geschäftsumfeld unter anderem durch einen Mangel an Finanzmitteln zu spüren. Ein Jahr nach der ersten Umfrage von PricewaterhouseCoopers fallen die Kosten für Kundenakquisitionen und Marketing noch immer erheblich ins Gewicht. Hinzu kommt, dass sich das Internet sowohl bei Unternehmen als auch Privatpersonen in Europa nicht so schnell durchsetzt wie erwartet. Die Befragten befürchten zusätzlich, dass die schwache Konjunktur die Entwicklung ihrer Unternehmen behindern wird. Von den Internet-Unternehmen, die weitere Finanzierungen benötigen, rechnen trotz des schwierigen Umfelds noch immer 41% damit, dass dieses Kapital von Risikokapital-Gesellschaften bereitgestellt wird.

Die Studie "Rückbesinnung auf die Fundamentaldaten - Dotcom-Firmen werden erwachsen" können unter www.pwcglobal.com/de kostenlos herunterladen werden. (ST)


KONTAKT:

PricewaterhouseCoopers
Olof-Palme-Straße 35
60439 Frankfurt am Main
Internet: www.pwcglobal.de

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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