Douglas spürt Konjunkturbelebung

Douglas spürt Konjunkturbelebung

In Deutschland laufen die Geschäfte gut, in Ausland spürt die Douglas-Gruppe noch eine krisenbedingte Kaufzurückhaltung. Vor allem Osteuropa macht den Händlern aus Hagen Sorge.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
4 Min.· Aktualisiert am
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Während die Umsätze in Deutschland zum Stichtag Ende Juni um 4 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro stiegen und auf vergleichbarer Fläche immerhin noch um 1,6 Prozent, schwächelt das Ausland: Die Umsätze stiegen zwar um 1,9 Prozent auf 892 Millionen Euro, doch auf vergleichbarer Fläche ergab sich ein Minus von 2,8 Prozent.

Deutschland zufriedenstellend, Osteuropa nicht

"Wir sind mit unserer Entwicklung in den ersten neun Monaten insbesondere in unserem wichtigen Heimatmarkt Deutschland recht zufrieden. Wir stehen unter dem Eindruck, dass sich die gesamtwirtschaftliche Situation zunehmend verbessert. Das stimmt uns für die Zukunft recht optimistisch", kommentiert Dr. Henning Kreke, Vorsitzender des Vorstandes der Douglas Holding AG, die Zahlen.

"Im Ausland sind wir allerdings aufgrund der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Lage zum Beispiel mit der Entwicklung in einigen osteuropäischen Märkten noch nicht so richtig zufrieden."

Das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen (EBITDA) des Handelskonzerns erhöhte sich von 207,1 Millionen Euro auf 228,3 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2009/10 wurde demnach ein Konzernüberschuss von 89 Millionen Euro nach 75,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum erzielt.

Douglas-Parfümerien legen in Deutschland zu

Die Umsätze der 1.211 Douglas-Parfümerien stiegen in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2009/10 um 1,6 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro. Die 443 inländischen Parfümerien erzielten Umsätze in Höhe von 736,2 Millionen Euro. Das entspricht einem Umsatzplus von 3,2 Prozent, auf vergleichbarer Fläche von 2,4 Prozent.

Die 768 ausländischen Douglas-Parfümerien erreichten mit ihrem Umsatz in Höhe von 729,2 Millionen Euro das Vorjahresniveau. Die vergleichbaren Umsätze seien jedoch um 3,7 Prozent gesunken: "Dabei konnte die gute Umsatzentwicklung der Douglas-Parfümerien in Polen, Italien und Frankreich die Umsatzrückgänge in Spanien, Portugal, Ungarn, Russland und im Baltikum nicht ausgleichen", heißt es in dem Zwischenbericht.

Buchhandlungen dank buch.de im Plus

Die Buchhandelsgruppe Thalia legte beim Umsatzanstieg um 8,8 Prozent auf 672,7 Millionen Euro zu. Darin enthalten sind auch die Umsätze von buch.de, die seit 1. Dezember 2009 vollkonsolidiert werden. Die 288 Thalia-Buchhandlungen verzeichneten einen leichten Umsatzrückgang um 0,7 Prozent. Auf vergleichbarer Fläche gingen die Umsätze um 1,9 Prozent zurück.

Die 203 Christ-Fachgeschäfte konnten den Umsatz um 5,1 Prozent auf rund 241,3 Millionen Euro steigern. Auch auf vergleichbarer Fläche übertraf die Juwelierkette die Vorjahresumsätze um 5,3 Prozent.

AppelrathCüpper mit Umsatzminus

Die 14 AppelrathCüpper-Modehäuser verzeichneten auf vergleichbarer Fläche einen Umsatzrückgang um 1,5 Prozent. Der Umsatzrückgang um insgesamt 6,8 Prozent auf 94,1 Millionen Euro sei vor allem auf die Schließung der Filiale in Berlin zurückzuführen, deren Umsätze im Vorjahr noch bis Ende Januar enthalten waren.

Wegen der zahlreichen Schließungen im Zuge der Filialnetzoptimierung sei auch der Umsatz der 261 Hussel-Confiserien um 2,4 Prozent auf 81,1 Millionen Euro zurückgegangen. Auf vergleichbarer Fläche gingen die Umsätze bei der Süßwarenkette um 1,8 Prozent zurück.

Weniger Geschäfte, mehr Mitarbeiter

Ende Juni 2010 betrieb die Douglas-Gruppe insgesamt 1.977 Fachgeschäfte und damit 22 weniger als zum Vorjahresstichtag: Im vergangenen Geschäftsjahr hatte die Gruppe ein Sonderprogramm zur Filialnetz-Bereinigung beschlossen.

Zum 30. Juni 2010 beschäftigte die Gruppe 24.008 Mitarbeiter, knapp 100 mehr als im Vorjahr, davon 14.559 im Inland und 9.449 im Ausland. Mit rund 670 Auszubildenden hat das Handelsunternehmen zum gerade begonnenen Ausbildungsjahr 200 Azubis mehr als im Vorjahr eingestellt. Die Ausbildungsquote der Douglas-Gruppe bewegt sich eigenen Angaben zufolge seit Jahren in Deutschland bei rund 13 Prozent, die der gesamten Einzelhandelsbranche bei durchschnittlich 8 Prozent.

wim.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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