
Edeka greift sich Tengelmann
Auf dem Lebensmittelmarkt wird es noch enger. Edeka übernimmt die letzten Filialen von Tengelmann. Allerdings muss den Deal das Bundeskartellamt noch genehmigen. Das könnte spannend werden. (Aktualisiert)
David WöllensteinRedakteurFür das Mülheimer Familienunternehmen selbst sind längst andere Sparten viel wichtiger als das Supermarktgeschäft - etwa die konzerneigene Textil-Discount-Kette KiK und die Obi-Heimwerkermärkte. Außerdem war Tengelmann unter Haubs Führung einer der Vorreiter beim Ausbau des Onlinehandels. So gehört zur Unternehmensgruppe der Onlinehändler baby-markt.de. Aber auch am Börsen-Neuling Zalando ist Tengelmann seit geraumer Zeit beteiligt.
Das Kartellamt muss der Übernahme durch Edeka allerdings noch zustimmen. Das ist kein Selbstläufer. Denn die Wettbewerbsbehörde hatte angesichts der Marktkonzentration im Lebensmittelhandel erst vor wenigen Tagen angekündigt, künftig jeden Erwerb eines Lebensmitteleinzelhändlers durch die Marktführer wie Edeka oder Rewe einer vertieften Prüfung zu unterziehen.
Eine Studie der Wettbewerbshüter hatte zuvor ergeben, dass die vier größten Spieler im deutschen Lebensmitteleinzelhandel - Edeka, Rewe, Aldi sowie die Schwarz-Gruppe mit den Lidl-Märkten und Kaufland - inzwischen zusammen auf einen Marktanteil von rund 85 Prozent kommen.
Die Behörde müsse deshalb "einer weiteren Verschlechterung der Wettbewerbsverhältnisse konsequent entgegenwirken", folgerte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
Alle Beiträge