
"Ein Schuhkarton ist besser überwacht"
Im Interview mit Der Handel erläutert Dr. Lothar Thoma, Geschäftsführer von SecurLog, wie der Marktführer der Geld- und Wertlogistiker wieder saniert werden soll und welche Defizite die Branche noch hat.
David WöllensteinRedakteurIch glaube, dass man mit unseren Dienstleistungen sehr wohl Geld verdienen kann. In der Einführung der Ein-Mann-Logistik sehen wir viel Potenzial und wollen noch im Sommer drei Pilotversuche starten. Dadurch können wir in erheblichem Umfang Kosten sparen und auch neue Kunden hinzugewinnen. Bislang nutzen nur etwa 10 Prozent der Einzelhändler professionelle Geldlogistiker - es gibt noch viele weiße Flecken.
Steckt Ihrer Auffassung nach auch im Cash-Recycling künftig Potenzial für neue Erträge?
Ich sehe darin derzeit kein Geschäftsmodell für die Geldlogistiker. Nach Heros und Arnolds will der Handel kein Cash-Recycling durch private Dienstleister. Interessanter sind dagegen innovative Lösungen bei der Überwachung der Gelder. Wir arbeiten an einem Web-Portal für unsere Kunden, das ein kontinuierliches Monitoring ermöglicht. In der Branche herrscht ein Innovations- und Investitionsstau. Derzeit ist ein Schuhkarton in einer Spedition besser überwacht als eine Geldkassette mit Bargeld.
Interview: Hanno Bender
Dieses Interview erschien in der März-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Der Handel innerhalb eines Artikels zu den aktuellen Entwicklungen der Geld- und Wertlogistikbranche. Ein Probeexemplar gibt es hier.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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