
Elektronische Zahlverfahren legen zu
Elektronische Zahlverfahren wie PayPal, giropay oder sofortüberweisung.de gewinnen an Bedeutung. Dennoch bevorzugen viele Onlinekunden weiter den Kauf auf Rechnung - vor allem Frauen.
Thomas RehmRedakteurPayPal & Co. gewinnen an Bedeutung
Gegenüber dem Vorjahr haben die elektronischen Bezahlsysteme noch einmal einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Sie nehmen mittlerweile einen Anteil von 41 Prozent ein. Zum Vorjahr konnten sich diese Bezahlformen damit noch einmal um elf Prozentpunkte steigern.
Die elektronischen Bezahlsysteme liegen damit deutlich vor dem Rechnungskauf. Nur noch rund 27 Prozent der Verbraucher bezahlen ihre im Internet bestellte Ware am liebsten erst nach dem Erhalt. Der Kauf auf Rechnung muss im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von fünf Prozent (Vorjahr: 32 Prozent) hinnehmen. Ein offensichtlicher Grund für den Rückgang ist aber auch, dass mittlerweile nicht mehr alle Anbieter den Kauf auf Rechnung anbieten.
Immer weniger Kunden akzeptieren Vorkasse
Alle weiteren Bezahlwege verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr ein leichtes Minus. Die Kreditkarte zum Beispiel hat aktuell einen Anteil von 11 Prozent (Vorjahr: 12 Prozent). Auch die Vorauskasse hat mit einem Anteil von nur noch fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozentpunkte verloren (Vorjahr: 7 Prozent). Immer weniger Verbraucher sind augenscheinlich bereit, beim Einkauf im Online- oder Versandhandel in Vorleistung zu treten.
Interessante Ergebnisse förderte die Studie auch bei den Nutzungspräferenzen nach Altersgruppen zutage. So haben sich beispielsweise die Zahlungsvorlieben von jüngeren und älteren Verbrauchern beim Einkauf im interaktiven Handel bei den elektronischen Zahlungsmitteln nahezu angeglichen. Die jüngeren Einkäufer (bis 39 Jahre) liegen in der Nutzung der elektronischen Bezahldienste (40 Prozent) sogar mit einem Prozentpunkt hinter den Verbrauchern ab 40 Jahren (41 Prozent).
Ostdeutsche lieben den Rechnungskauf, Westdeutsche die Kreditkarte
Vorlieben für einzelne Bezahlmöglichkeiten offenbaren sich auch, wenn man die Ergebnisse nach Ausbildungsniveau und Einkommen aufschlüsselt. Dabei zeigt sich, dass Gering- und Normalverdiener (bis 2.500 Euro Haushaltsnettoeinkommen) überdurchschnittlich häufig die Optionen Kauf auf Rechnung (mit leicht abnehmender Tendenz) nutzen. Aber auch bei diesen Personengruppen nimmt die Nutzung und Akzeptanz elektronischer Bezahlsysteme deutlich zu. Die Kreditkarte findet hingegen bei beiden Gruppen nur eine geringe Nutzungspräferenz.
Hingegen nutzen Gutverdiener (mehr als 2.500 Euro Haushaltsnettoeinkommen) stärker die Kreditkarte sowie deutlich zunehmend und überdurchschnittlich häufig die modernen Bezahlsysteme (44 Prozent; plus 15 Punkte). Auffällig: Verbraucher aus Ostdeutschland nutzen deutlich überdurchschnittlich das Instrument Kauf auf Rechnung (37 Prozent; minus 0,4 Punkte / Westdeutschland: 25 Prozent; minus 6 Punkte). Westdeutsche Verbraucher präferieren stärker die Kreditkarte (13 Prozent; minus 0,6 Punkte) sowie die modernen Bezahlsysteme (41 Prozent; plus 12 Punkte).

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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