3D-Illustration zu Chatbots, Warenkorb, Paketabgabe und Payment im E-Commerce
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Chatbot-Haftung, Warenkorb-Rechner, Amazon, Flipkart, Paketabgabe Österreich, Luisaviaroma, Klarna, Mysize, Paypal + Anthropic

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Wenn der Bot lügt, zahlt der Chef
Wer einen Chatbot betreibt, haftet für dessen Falschangaben, hat das Oberlandesgericht Hamm laut Spiegel.de entschieden. Im konkreten Fall habe der Chatbot einer Schönheitsklinik die beiden Geschäftsführer als Fachärzte für ästhetische Medizin und ähnlicher Disziplinen ausgewiesen, doch gebe es diese Titel gar nicht. Verbraucherschützer hätten geklagt und Recht bekommen: Auch bei sauber programmierten Datensätzen trage der Betreiber die Verantwortung für halluzinierte Inhalte.

Warenkorb-Rechner: Komfort ja, Pflicht nein
Ein Versandkosten-Tool im Warenkorb ist rechtlich keine Pflicht, wohl aber die transparente und rechtzeitige Angabe der Kosten, berichtet Haendlerbund.de. Bereits auf der Produktseite müsse ein klarer Hinweis stehen, verlinkt auf eine nachvollziehbare Versandkostenseite. Spätestens im Warenkorb müsse Klartext herrschen: Der BGH habe schon 2009 entschieden, dass bestimmbare Beträge dort konkret auszuweisen seien. Bei simplen Inlandspauschalen reiche die direkte Anzeige, bei Auslandsversand, Sperrgut oder Gewichtsklassen werde ein Rechner fast unverzichtbar. Abmahnungen drohten dort, wo Tools falsche oder widersprüchliche Kosten ausgäben.


HANDEL INTERNATIONAL


Amazon-Kunden klagen auf Rückgabe der Trump-Zölle
Verbraucher haben am Freitag in Seattle eine Sammelklage gegen Amazon eingereicht und fordern Erstattung der über höhere Preise weitergegebenen Trump-Zölle, berichtet Reuters.com. Der Supreme Court habe diese Zölle im Februar für unrechtmäßig erklärt. Während Tausende Unternehmen Milliarden vom Staat zurückforderten, halte Amazon hunderte Mio. Dollar zurück. Den Klägern stehe kein direkter Erstattungsweg beim Staat offen. Ähnliche Verfahren würden auch gegen Costco, Nike und FedEx laufen.

Flipkart ist die Nummer eins in Indiens E-Commerce
Flipkart baut seine Spitzenstellung im indischen E-Commerce weiter aus und hält 50 bis 60 Prozent des Bruttowarenwerts, meldet Dailyexcelsior.com. Die Walmart-Tochter habe binnen einer Woche 8,5 Mio. neue Wochennutzer gewinnen können und liege besonders bei Smartphones, Elektronik und Haushaltsgeräten vor den Mitbewerbern. Amazon folge mit 25 bis 30 Prozent Marktanteil, Meesho sei auf etwa zehn Prozent gefallen.

Schweizer Online-Handel startet mit elf Prozent Plus
Der Schweizer Einzelhandel ist mit einem nominalen Umsatzplus von 2,7 Prozent ins erste Quartal 2026 gestartet, meldet Carpathia.ch. Food und Nearfood hätten um 3,2 Prozent zugelegt, Nonfood um 1,8 Prozent. Der Online-Handel sei mit kumuliert elf Prozent erneut deutlich schneller gewachsen als der Gesamtmarkt: Über fünf Segmente hinweg habe das Plus 7,6 Prozent betragen, angeführt von Freizeit und Sport mit 21,6 Prozent. Die Konsumentenstimmung bleibe mit minus 43 Punkten gedrückt, die Teuerung mit 0,2 Prozent moderat.

Paketabgabe in Österreich: Am Ende zahlt der Kunde
Österreichs Bundesregierung will ab Herbst eine Paketsteuer von zwei Euro einführen und damit die Steuern auf Grundnahrungsmittel senken, berichtet ORF.at. Betroffen seien laut Gesetzesentwurf vor allem Versandhändler mit mehr als 100 Mio. Euro Umsatz in Österreich. Plattformen wie Amazon würden die Abgabe an ihre Händler und letztlich an die Endkunden weitergeben, kritisiere die Wirtschaftskammer. Zudem plane die EU ab Sommer zusätzliche Einfuhrgebühren auf chinesische Waren.

Luisaviaroma sucht Rettung vor Gericht
Luisaviaroma will die drohende Liquidation abwenden und hat beim Gericht Florenz das vereinfachte Vergleichsverfahren beantragt, berichtet Modaes.com. Die einst führende Luxus-E-Commerce-Plattform Europas habe nun 60 Tage Zeit, einen Sanierungsplan vorzulegen. Parallel beschloss der Vorstand eine Kapitalerhöhung von 15 Mio. Euro, um die Schulden von zuletzt 30 Mio. Euro zu drücken. Die Gewerkschaften würden allerdings zum Streik aufrufen, weil sie eine Liquidationsvereinbarung vermuteten.

Klarna dreht ins Plus, der Kurs bleibt im Keller
Klarna hat im ersten Quartal 2026 einen bereinigten operativen Gewinn von 68 Mio. Dollar realisiert, nach mageren drei Mio. im Vorjahr, meldet Boerse-Express.com. Das Warenvolumen sei um 33 Prozent auf 33,7 Mrd. Dollar gewachsen, der Umsatz habe die Milliardenmarke erreicht. Die Händlerbasis überschritt erstmals eine Mio. Partner, die Zahl aktiver Kunden kletterte auf 119 Mio. Die Aktie reagierte trotzdem mau und liege seit Jahresanfang 46,48 Prozent im Minus.

Mysize wächst kräftig und verbrennt mehr Geld
Der Fashion-Tech-Anbieter Mysize hat seinen Quartalsumsatz um 62 Prozent auf 2,39 Mio. Dollar gesteigert, wie das Unternehmen mitteilt. Treiber seien das E-Commerce-Geschäft sowie die erstmals konsolidierte Second-Hand-Tochter Percentil. Der Bruttogewinn habe sich auf 940.000 Dollar mehr als verdoppelt, die Marge kletterte auf 39,3 Prozent. Allerdings sei, durch Verdreifachung der Forschungsausgaben, auch der Nettoverlust um 39 Prozent auf 1,48 Mio. Dollar gewachsen. Mysize entwickelt KI-gestützten Lösungen für die Größenbestimmung bei Bekleidung.

Paypal lässt Claude die Buchhaltung machen
Paypal will künftig mit dem KI-Unternehmen Anthropic kooperieren, meldet Boerse-Express.com. Ein Claude-basiertes Plugin solle kleinen Unternehmen lästige Routine wie Rechnungsstellung und Rückerstattungen abnehmen und sich an Werkzeuge wie Quickbooks, Hubspot und Canva andocken lassen. Parallel starte die gemeinsame Initiative „AI Fluency for Small Business“ mit kostenlosen Schulungen. Bis 2030 sollen 25 Mio. Menschen davon profitieren.


KI: Marketer drücken aufs Gas, Verbraucher auf die Bremse
Marketing-Verantwortliche planen für 2026 deutlich höhere KI-Budgets, während Verbraucher die Ergebnisse zunehmend ablehnen, zitiert Golem.de eine Canva-Studie. 98 Prozent der Marketer wollten ihre KI-Etats aufstocken; 88 Prozent nutzten die Technik bereits regelmäßig und sparten so mehrere Stunden bis einen Arbeitstag pro Woche. Auf der Gegenseite empfänden 67 Prozent der deutschen Konsumenten KI-Werbung als seelenlos, 80 Prozent hielten die menschliche Handschrift für unverzichtbar.

Türken ordern am liebsten Hamburger
Der Hamburger war 2025 bei türkischen Online-Lieferdiensten das meistbestellte Gericht, zitiert Hurriyetdailynews.com den Bericht „Overview of E-Commerce in Türkiye 2025“. Mit umgerechnet 578 Mio. Dollar Umsatz habe der Burger sämtliche heimische Spezialitäten hinter sich gelassen. Auf den amerikanischen Klassiker folgten Pizza, Hähnchen-Döner-Sandwich und Lahmacun. Im Online-Lebensmittelhandel führten Snacks wie Schokolade, Waffeln und Kekse das Ranking an. Istanbul allein stehe für 55,4 Prozent des gesamten Quick-Commerce-Volumens.
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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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