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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
Björn BöerChefredakteurHANDEL NATIONAL
Bergfreunde eröffnen zweites Büro in Tübingen
Der Outdoor-Händler Bergfreunde hat in Tübingen einen zweiten Bürostandort bezogen, wie Radmarkt.de berichtet. Am Hauptsitz im nahen Kirchentellinsfurt seien die Kapazitäten weitgehend ausgeschöpft, weshalb die seit Anfang 2024 zu Decathlon gehörende, aber eigenständige Firma trotz des schwierigen Marktumfelds in neue Flächen investiert habe. Die über 600 Quadratmeter an der Bismarckstraße böten Platz für 40 Arbeitsplätze.
Googles KI darf Markenparfüms erwähnen
Googles KI-Übersichten verletzen keine Markenrechte, wenn sie Markenparfüms im Zusammenhang mit Duftzwillingen erwähnen, wie Haendlerbund.de berichtet. Das LG Berlin habe in einem Eilverfahren entschieden, Google liefere lediglich die technische Grundlage und steuere den Inhalt nicht wie eigene Werbung (Az.: 52 O 62/26 eV). Nutzer würden aggregierte Suchergebnisse durchaus als solche erkennen. Auch wettbewerbsrechtlich greife nichts: Parfümhersteller und Suchmaschinenbetreiber seien schlicht keine Mitbewerber.
Lebensmittelkauf bleibt stationär, aber Coupons sind digital
Beim Lebensmitteleinkauf zählen Nähe und Preis mehr als jeder Ernährungstrend, so eine KPMG-Studie mit dem EHI. Erreichbarkeit sei für 86,5 Prozent der Befragten entscheidend, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für 85,9 Prozent; Supermärkte und Discounter blieben die zentralen Verkaufsorte. Digitale Medien würden zwar an Boden gewinnen, aber eher pragmatisch: 68,6 Prozent nutzten App-Coupons, der gute alte Handzettel halte sich tapfer bei 52,5 Prozent. KI-Empfehlungen und Social Media spielten beim tatsächlichen Lebensmittelkauf bislang eine Nebenrolle.
HANDEL INTERNATIONAL
Gründer will Priceminister nach 16 Jahren zurückkaufen
2010 hatte Pierre Kosciusko-Morizet die Second-Hand-Bücherplattform Priceminister für 200 Mio. Euro an Rakuten verkauft, nun will er sie wiederhaben, meldet Ecommercenews.eu. Unter dem Originalnamen hätte man jahrelang sogar Ebay überrundet, unter den neuen Besitzern und mit dem Namen „Rakuten France“ sei der Traffic im letzten Jahrzehnt um 42 Prozent und die Kundschaft um 33 Prozent geschrumpft. Nun möchte ein Bieterkonsortium um den Gründer die französische Marke wiederbeleben und konsequent auf das Erfolgsmodell Peer-to-Peer-Verkäufe setzen.
Amazon droht eine Klage der US-Handelsaufsicht FTC samt zivilrechtlicher Strafen, weil der Konzern Werbekunden in die Irre geführt haben soll, berichtet Reuters.com. Die Verbraucherschutzabteilung prüfe, ob Amazon bei seinen Werbeauktionen verdeckte Mindestgebote verschwiegen habe – also Preisuntergrenzen, unter denen keine Anzeige geschaltet werde. Der Abschluss der Untersuchung komme wahrscheinlich im Sommer, ob per Klage oder Vergleich. Der E-Commerce-Riese habe erst im September 2,5 Mrd. Dollar an Geldstrafen und Rückerstattungen an Prime-Abonnenten zahlen müssen.
Pinterest verdrahtet seine Werbetools mit KI
Pinterest baut sein Werbegeschäft auf KI um, wie Channelx.world berichtet. Der „Business Assistant“ berate Werbetreibende im Ads Manager und zeige Trends als Grafiken statt als Textwüsten. Das „Pinterest MCP“ öffne die Plattform für externe Agenten-Tools. Ein neues Modell für „Performance+ Creative“ wähle die passende Anzeigenvariante je Impression und habe im Test 7,5 Prozent mehr Klicks gebracht. Die Test-App „Ask Pinterest“ erprobe dialogorientiertes Shopping.
Indien: Quick Commerce viermal schneller als E-Commerce
In Indien wächst Quick Commerce rund viermal schneller als der klassische Online-Handel, wie Devdiscourse.com berichtet. Das Schnellliefersegment lege um etwa 40 Prozent im Jahresvergleich zu und halte 13,5 Prozent des digitalen Gesamtmarkts. Plattformen wie Blinkit, Swiggy Instamart und Zepto bedienten inzwischen 94 Prozent der Online-Käufe bei Lebensmitteln und Getränken. Amazon und Flipkart blieben noch die hochpreisigen, selteneren Käufe.
UK: InPost betreibt 15.000 Paketstationen
InPost betreibt in Großbritannien nun 15.000 Paketstationen, berichtet Channelx.world. Das Netz aus Lockern in Supermärkten, Fachmarktzentren und Wohngebieten erlaube rund um die Uhr Abholung und Retoure. Mittlerweile zögen 58 Prozent Paketstationen der Haustürzustellung vor, zwei von fünf nutzten sie bereits. Für die beteiligten Händler zähle der Nebeneffekt: 78 Prozent kauften beim Besuch etwas, im Schnitt für 22,90 Pfund.
Paypal zieht beim Wagniskapital den Stecker
Paypal fährt seinen 2016 gegründeten Wagniskapitalarm „Paypal Ventures“ herunter, wie Techcrunch.com berichtet. Ein Firmensprecher bestätige, man prüfe strategische Optionen. Die Sparte habe über 80 Beteiligungen gehalten und 850 Mio. Dollar über drei Fonds eingesammelt, man wolle aber kein Neugeschäft mehr. Der neue CEO Enrique Lores treibe den Konzernumbau voran, prüfe Zweitmarktverkäufe von Beteiligungen und wolle Paypal wieder zum Technologieunternehmen mit KI-Fokus machen.
Checkatrade startet Shop für Heimwerker
Das britische Vermittlungsportal Checkatrade, das Hausbesitzer mit geprüften lokalen Handwerkern zusammenbringt, startet laut Pressemitteilung mit dem „Checkatrade Shop“ einen kuratierten Marktplatz für Heimwerkerbedarf. Zum Auftakt führe die Plattform über 40.000 Artikel, deren Verkäufer nach denselben Standards geprüft würden wie die vermittelten Handwerker. Kunden könnten zur gewünschten Ware direkt einen Handwerker für die Montage hinzubuchen, registrierte Handwerker erhielten exklusive Preise.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Wie Loyalty-Programme Umsatz schaffen, ohne Kunden zu verprellen
Loyalty-Programme werden für Händler und Marken zunehmend zum strategischen Vermögenswert. Doch je stärker Kundenbindung monetarisiert wird, desto deutlicher tritt ein Konflikt zutage: Wie lässt sich daraus ein wirtschaftlicher Wert schöpfen, ohne das Vertrauen zu beschädigen? Das diskutieren Experten auf Etailment.de.
Der Widerstand gegen Lieferroboter auf Gehwegen wächst in mehreren Ländern, berichtet BBC.com. In Chicago habe eine Petition rund 4.400 Unterschriften gesammelt und fordere eine stadtweite Aussetzung; zwei Stadtgebiete hätten die Maschinen bereits verbannt. San Francisco beschränke den Zugang, Toronto untersage die Gehweg-Nutzung seit 2021. Die Roboter würden Fußgänger zum Ausweichen zwingen, vereinzelt seien aber auch Kollisionen oder blockierte Rettungsfahrzeuge gemeldet worden.
KI erleichtert Solounternehmern den Start
Künstliche Intelligenz verschiebt die Startbedingungen für Gründer drastisch, wie die Auswertung von über 15.000 Bewerbungen zum hauseigenen Cocreate-Pitch-Wettbewerb laut Veranstalter Alibaba zeigt. 71 Prozent der Bewerber träten als Einzelunternehmer an, nach 40 Prozent im Vorjahr. 89 Prozent dieser Sologründer hielten KI-Werkzeuge für unverzichtbar, etwa bei Design, Coding und Marketing. Über 70 Prozent aller Teilnehmer arbeiteten mit KI und das altersübergreifend.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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