So sieht der Erlebniseinkauf in den Läden der Zukunft aus

So sieht der Erlebniseinkauf in den Läden der Zukunft aus

Erlebniseinkauf, digitaler PoS - Buzzwords mit denen der stationäre Handel gerne hausieren geht. Doch es sind die Online-Player, die zeigen, wie man das sinnvoll umsetzt . Wie sieht es in den Läden aus, die die nächste Evolutionsstufe des Handels sein könnten?

OKOlaf KolbrückChefredakteur
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In London experimentierte Amazon kürzlich mit einem Mode-Pop-up-Store. Erlebniseinkauf inklusive. Es gab Yoga-Session und Live-Musik. Eingekauft wurde über QR-Code an der Ware. Schon im Vorjahr ploppte Amazon mit einem zeitlich limitierten Laden in London auf und brachte rund um das Rabattspektakel Black Friday Leben in die Bude. Der Online-Riese zeigt also, dass er mehr kann als nur Daten verwalten. Das zeigt Amazon auch im neuen New Yorker Nonfood-Markt "Amazon 4-star". Dort werden nur gut bewertete Produkte und Bestseller verkauft. In Denver geht gerade Laden Nummer 2 an den Start. Ein weiterer soll in Berkeley folgen. Beispiele wie diese zeigen den grundsätzlichen Unterschied in der Beweglichkeit zwischen etablierten Händlern und Disruptoren wie Amazon. Während Einzelhändler lange über Innovationen sprechen und über Erlebniseinkauf philosophieren, glänzt der Retail-Außenseiter mit Konzepten und Ideen, die man eher vom traditionellen Handel erhofft.

Amazon kann derlei auch hierzulande. „Deutschland86 – Der Laden“ hieß für drei Tage ein Pop-up-Store am Hackeschen Markt in Berlin. Zum Start der Prime-Original-Serie „Deutschland86“ konnte man dort der Produkt- und Erlebniswelt der 80er-Jahre frönen - alte Bravo- und Yps-Hefte inklusive. Während zudem die klassischen Händler mit interaktivem Schaufenster-Shopping, sprechenden Robotern und anderem Blingbling jeder technischen Lösungen hinterherjagen, sucht der digitale Gigant jenseits seiner vollautomatischen „Amazon Go“-Läden eher nach einem Gleichgewicht aus Fortschritt und Kernbedürfnissen der Zielgruppe.

Und das dann abgestimmt auf die jeweilige nach Region - wie bei Nordstrom Local. Das ist das neue Konzept der US-Kaufhaus- und Versandhauskette. Die 120 und 220 Quadratmeter großen Läden des US-Händlers kommen ohne Inventar aus, bietet stattdessen Click & Collect, Erfrischungen und andere Serviceangebote und vor allem eine wohnliche Einkauf-Atmosphäre. Geradezu heimelig sieht es aus, wenn Asiens On-Demand Marktplatz honestbee Technik und Atmosphäre verheiratet. „Habitat by honestbee" verknüpft in Singapur Omnichannel mit großzügig gestalteten Verkaufsflächen. Ein digitalisierter Check-out, Scan & Go, Roboter, die im Lager die Einkäufe zusammenstellen, während die Kunden im Restaurant warten. Dieses Video zeigt einen spannenden Walkthrough:Alibaba sorgt unterdessen mit einem FashionAI-Konzeptstore für Bewegung. Bei dem Shop-Konzept, das mit einem Piloten an derr Hongkong Polytechnic University begann, setzt der chinesische Reise auf Smart Mirror-Technologie mit RFID, maschinelles Lernen und Touchpoints bis hin zu Gesichtserkennung, um seinen Verbrauchern überall dort, wo sie einkaufen, Mix-and-Match-Styling-Optionen anzubieten.
Spannend ist auch das Konzeot von Bingo-Box in China. Die vollautomatischen Convenience-Stores in einer Art Container öffnen sich per WeChat-App. Inzwischen gibt es in China rund 300 solcher Mini-Shops.Doch schauen wir nicht nur ins Ausland. Digitale Ladenformate beherrschen auch deutsche Unternehmen. Zum Beispiel der Hersteller Würth, der Geschäftskunden auch den vollautomatischen Einkauf im Nachtbetrieb ermöglicht. Saturn testete in Salzburg den kassenlosen Laden auf einer Mini-Fläche mit rund rund 900 Artikeln. Ergebnis? Sagen wir mal so: Die Österreicher waren noch nicht so weit, zumal man eine spezielle App benötigte. Trotzdem ist es ein wichtiges Experiment. Doch es geht nicht nur um Technik. Es gibt auch ganz profane Gründe für den Gang der Onliner in die Fußgängerzonen. "Eine Offline-Präsenz hat ja eine gewisse positive Wechselwirkung für das Online-Geschäft. Produkte und Marke werden erlebbarer", sagt Digital-Experte Florian Heinemann. Eine aktuelle Studie bestätigt Abstrahleffekte und zeigt, dass Läden mehr Traffic für den Webshop bedeuten.
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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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