"Es ist ein Anreiz, in das Ökosystem Amazon einzusteigen"

"Es ist ein Anreiz, in das Ökosystem Amazon einzusteigen"

Amazon-Chef Jeff Bezos höchstselbst wirbt derzeit in Deutschland für die E-Books des Onlineunternehmens. Er macht aber auch den Freunden gedruckter Bücher Mut.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Außerdem bringt Amazon mit dem Kindle Paperwhite ein weiteres Modell seiner E-Book-Reader nach Deutschland. Es hat eine höhere Auflösung und durch spezielle Beleuchtung einen deutlich helleren weißen Bildschirm im Gegensatz zum Grau der klassischen Kindle-Modelle.

Mehr digitale als gedruckte Bücher verkauft

Inzwischen verkaufe Amazon auch in Deutschland mehr digitale als gebundene Bücher, sagte Amazon-Chef Jeff Bezos der dpa in München. Seit dem August dieses Jahres kamen auf 100 verkaufte gebundene Ausgaben 108 Kindle-E-Books. Kostenlose digitale Bücher wurden dabei nicht eingerechnet.

Zugleich zeichne sich derzeit nicht ab, dass E-Books gedruckte Bücher vollständig verdrängen. "Wir sehen bisher, dass die Menschen, die sich ein Kindle-Lesegerät anschaffen, danach nicht nur mehr digitale Bücher kaufen, sondern auch mehr gedruckte", sagte Bezos. "Im Moment ist es kein entweder/oder" - er wisse aber nicht, wie sich das Geschäft weiterentwickeln werde.

Buchpreiswettbewerb kein Problem für Amazon

Während Amazon durch aggressiven Preiswettbewerb bekannt ist, sieht der Unternehmenschef die deutsche Buchpreisbindung nicht als Hindernis: "Es gibt viele Punkte, an denen wir uns beim Kunden hervorheben können. Es ist nicht nur der Preis, sondern auch das Angebot, schneller Versand, Service."

Bezos sieht sein Unternehmen nicht in einem "Tech-Krieg" mit Konkurrenten wie Apple oder Google, wie es oft in Branchen-Medien beschrieben wird. "Viele betrachten das Geschäft als eine Art sportlichen Wettkampf, aber Business ist etwas ganz anderes." Hier gebe es im Gegensatz zum Sport Platz für mehrere Gewinner. Zu schon lange anhaltenden Spekulationen über ein Amazon-Smartphone wollte Bezos nichts sagen: "Wir sprechen nicht über Pläne für zukünftige Produkte."

200.000 Titel in der Kindle-Leihbücherei

In der Kindle-Leihbücherei sind insgesamt über 200.000 E-Books in verschiedenen Sprachen erhältlich. Die Bücher können auf unbegrenzte Zeit ohne zusätzliche Kosten ausgeliehen werden - aber immer nur eins auf einmal. Das Programm lief zuvor bereits in den USA. Das Geschäftsmodell sei anders als bei einer traditionellen Bücherei, erläuterte Bezos: "Der Rechteinhaber wird jedes Mal bezahlt, wenn sich jemand ein Buch ausleiht." Für Amazon lohne es sich trotzdem: "Es ist ein Anreiz, in das Amazon-Ökosystem einzusteigen."

Der neue E-Book-Reader von Amazon, Kindle Paperwhite, kostet in der WLAN-Version 129 Euro und 189 Euro mit UMTS-Funk. Es füllt die Lücke zwischen den einfachen Lesegeräten und den Tablet-Computern Kindle Fire, die Amazon am 25. Oktober auch auf den deutschen Markt bringen wird. Auch die Verbundgruppe EP wird ab diesem Datum die Geräte vertreiben.

Amazon verfolge bei seinen Tablets einen anderen Ansatz als die Konkurrenz, betonte der Amazon-Chef. "Für uns ist es ein Service und kein rein technisches Gerät. Das Tablet werde praktisch zum Produktionspreis abgegeben. Wir hoffen, das Geld mit der Zeit hereinzubekommen, wenn Kunden Bücher, Musik oder Apps kaufen."

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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