Um das Phänomen akkurat zu beschreiben, greifen die Studienautoren bei der Terminologie auf den Begriff FLOS-Software zurück, der neben "freier" Software auch den in Lateinamerika und Südeuropa verwendeten Begriff "libre" sowie Open Source Software umschließt. FLOS-Software habe in der Vergangenheit einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des IKT-Sektors gehabt und gerade im Bereich Internet und World Wide Web für eine Reihe von Impulsen gesorgt. Gerade in Europa spiegle sich dies in einer hohen Marktpenetration von Open-Source-Software sowohl in Privatunternehmen als auch der öffentlichen Verwaltung nieder.
So verwendeten der Studie zufolge bis Ende 2005 rund 40 Prozent aller europäischen Unternehmen FLOS-Software. Für Ende 2006 wird ein Wert von nahezu 50 Prozent angenommen, wenngleich ein Großteil der Befragten Open-Source-Software weiterhin nicht für die wichtigsten Geschäftsprozesse einsetzt. Ungebrochen hoch ist weiterhin die Überzeugung der Unternehmen, dass FLOS-Software billiger als proprietäre Software kommt. Um FLOS-Software gegenüber proprietären Systemen nicht zu benachteiligen, schlagen die Autoren steuerliche Anreize für die Open-Source-Community vor. So könnte die Freigabe von Open-Source-Produkten zukünftig wie abschreibbare Spenden gewertet werden. Auch müsse gewährleistet sein, dass Open-Source-Projekte von der öffentlichen Hand weiterhin gefördert werden. (KC)

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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