
Expert plant eigenen Onlineshop
Nach rund zwei Jahren Vorbereitung will nun offenbar auch der zweitgrößte deutsche Elektronikhändler Expert ins Onlinegeschäft einsteigen. Die Preise wollen sich die Händler der Verbundgruppe aber nicht vom Internet vorschreiben lassen.
Über weitere Details schweige sich Expert-Geschäftsführer Volker Müller jedoch noch aus. "So etwas schüttelt man nicht aus dem Ärmel", zitiert ihn die Zeitung. Zwei Jahre habe es gedauert, die Strukturen für einen seriösen Onlineversand von der Logistik bis zum Call-Center aufzubauen.
Preise nicht vom Internet diktieren lassen
Ihre Preise wollen sich die Expert-Händler demnach anders als es der im Januar dieses Jahres gestartete Webshop von Media Markt durch das Internet nicht vorschreiben lassen. Die Metrotochter mit Sitz in Ingolstadt richtet ihre Preise am regionalen Umfeld und den wichtigsten Internetanbietern aus. Einen solchen Strategieschwenk hält Müller offenbar für wenig erfolgversprechend: "Wir werden unsere Preisaktionen jetzt nicht abblasen."
Ohnehin habe das Internet bislang in erster Linie den Versandkatalog abgelöst als den stationären Handel geschädigt. "In unserem Umsatz gibt es keine Schleifspuren, die auf das Internet zurückzuführen wären", sagte er. Deshalb ist sich der Expert-Chef auch sicher, dass es den Verbund auch in den nächsten 50 Jahren noch geben wird. "Wir müssen solche Kooperationen bewahren", sagt er. "Sie sind ein Grund dafür, dass Deutschland einen so starken Mittelstand hat."
Im Zuge der Professionalisierung des Internethandels würden die bekannten Namen ihren Platz finden, wohingegen die Kleinstshops von Privatleuten nach und nach verschwinden und auch der Graumarkt versickern werde, prognostiziert Müller.
Expert
Die Verbundgruppe Expert besteht aus rund 210 selbstständigen Unternehmer, die gleichzeitig Aktionäre der Expert AG mit Sitz in Langenhagen sind. Zusammen kommen sie auf einen Umsatz von 4,1 Milliarden Euro. Expert-Chef Müller rechnet dem Zeitungsbericht zufolge mit einem 3-prozentigen Umsatzplus im Geschäftsjahr 2011/12, das am 31. März 2012 endet.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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