Facebook-Kontakte sind wertvoller, als man denkt

Facebook-Kontakte sind wertvoller, als man denkt

Soziale Netzwerke werden oft als banal belächelt. Tatsächlich stellen sie die Regeln der Kommunikation auf den Kopf - denn der Konsument gewinnt die Oberhand, zeigt eine Studie.

SRSybille RoemerRedakteurin
2 Min.· Aktualisiert am
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Viele Menschen sind skeptisch gegenüber denjenigen, die Hunderte von sogenannten "Freunden" auf Facebook haben. Denn die Mehrheit dieser "Freunde" sind alte Klassenkameraden oder Bekanntschaften von Bekanntschaften – also Beziehungen, die im Wesentlichen eher schwach ausgeprägt sind. Hinzu kommt, dass die Anmerkungen und Aktualisierungen auf Facebook meist banaler Natur sind.

Doch der Doktorand Håkan Selg von der Uppsala Universität hat herausgefunden, dass diese Kontakte tatsächlich gut funktionierende soziale Netze sind, weil die scheinbar sinnlosen Bemerkungen und Aktualisierungen ein Gemeinschaftsgefühl vermitteln.

Freunde sind subjektiv näher

"Bilder, Bemerkungen und Aktualisierungen sind eine permanente Gedächtnisstütze dafür, dass man Freunde hat. Der Inhalt ist dabei nicht so bedeutend. Wichtiger ist die Wirkung, dass wir unsere Facebook-Freunde subjektiv näher wahrnehmen als andere Bekanntschaften, die nicht auf Facebook sind," erläutert Selg.

Der Wissenschaftler führt in der Studie auch aus, wie die Nutzung Sozialer Medien der traditionellen Tendenz in unserer Informationsgesellschaft zuwiderläuft: Früher haben Unternehmen und Behörden die neuen Kanäle für die Kommunikation verwaltet, etwa Mobiltelefone, E-Mail und Websites. Die privaten Haushalte sind ihnen gefolgt.

Die Sozialen Medien hingegen haben sich in erster Linie im privaten Bereich entwickelt. Damit haben die Nutzer die Hoheit über die Daten und Kontaktnetze – und an die wollen Unternehmen und Behörden kommen.

Soziale Netze stellen traditionelle Muster auf den Kopf

Wer Soziale Medien nutzt ist weniger abhängig von dem, was große Unternehmen anbieten, heißt es in der schwedischen Studie. Durch die selbstständige Nutzung der Netzwerke können sich Konsumenten eigenständig über Jobs, Unterkünfte und Geschäftskontakte informieren und auch Hilfe bei kleinen und großen Problemen bekommen.

Geld spielt dabei keine Rolle: Jeder Internetnutzer kann ohne großen Aufwand viele Menschen erreichen, kostenlos seine Meinung veröffentlichen und sich Geschäftsmodelle überlegen. "Das wird wahrscheinlich dazu führen, dass mehr Menschen in Zukunft ihre eigenes Unternehmen gründen. Nach und nach werden soziale Netzwerke somit auch das Arbeitsleben verändern," behauptet der Wissenschaftler Selg.

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SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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