
Fahrräder verkaufen sich schlechter
Der Fahrradhandel vermag nicht an das erfolgreiche Jahr 2007 anzuknüpfen. Laut einer BBE-Studie wird die Branche sogar erst ab 2011 wieder Zuwächse verzeichnen.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentAuf hohem Niveau stabilisiert
Der Markt konnte laut BBE im vergangenen Jahr die hohe Wachstumsdynamik des Jahres 2007 mit einer Steigerungsrate von mehr als 10 Prozent, beziehungsweise über 100 Millionen Euro (im Vergleich zu 2006) nicht beibehalten.
Das Minus summierte sich im abgelaufenen Jahr auf 57 Milionen Euro. Mit dem aktuellen Gesamtumsatz von 1,74 Milliarden Euro könne sich der Markt allerdings immer noch auf relativ hohem Niveau stabilisieren, schreibt BBE.
E-Bikes sind die Renner
In den einzelnen Radgruppen bleiben lediglich Elektro-Bikes mit deutlich zweistelligen Steigerungsraten die Verkaufsschlager. 2004 wurden diese Räder erstmal eingeführt und haben heute ein Umsatzwert von 178 Millionen Euro erreicht, schreibt die BBE.
Der Markt in diesem Sektor ist im Vergleich zu anderen Ländern lange noch nicht ausgereizt, erklärt BBE Senior Consultant Karl Oerder. In den Niederlanden beispielsweise waren im Jahr 2008 insgesamt 11 Prozent (150.000 Stück) der abgesetzten Fahrräder bereits E-Bikes. Im deutlich größeren deutschen Markt wurden 100.000 Stück abgesetzt.
Weiterer Rückgang vorhergesagt
Ein wichtiger Teilbereich des Fahrradmarktes bilden Trekking-Bikes, die auf einen Anteil von knapp einem Drittel der abgesetzten Menge kommen. Auch wenn der Verkauf 2008 um etwa 60.000 Stück zurückging, haben sie ihren Marktanteil um 0,5 Prozentpunkte erhöhen können.
Abgesehen von 2007 setzt sich der Abwärtstrend beim Fahrradabsatz der vergangenen Jahren konstant fort. Mit aktuell 4,3 Millionen Stück ist der Markt auf dem niedrigsten Stand seit 1997. Auch in naher Zukunft ist noch keine Besserung beim Mengenabsatz erkennbar, betonen die BBE-Experten.
Nach dem klaren Einbruch von fast 6 Prozent in der Menge 2008 ist in den kommenden Jahren mit einer weiteren Reduzierung bis auf 4,1 Millionen Stück zu rechnen. Das wertmäßige Wachstum resultiere in erster Linie aus Verschiebungen innerhalb der Fahrradkategorien in Richtung hochwertigerer Segmente.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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