
Familie Schlecker zahlt Millionen zurück
Der Versuch von Anton Schlecker, privates Vermögen zu sichern, ging schief: Der einstige Drogeriekönig verglich sich mit dem Insolvenzverwalter und verhinderte so einen komplizierten Rechtsstreit.
Björn BöerChefredakteurGeld fließt der Insolvenzmasse zu
In den Monaten nach der Pleite war bekanntgeworden, dass der Firmengründer sein zwei Millionen Euro teures Privathaus vor der Insolvenz an seine Frau übertragen hatte. Ein weiteres Grundstück soll an seinen Sohn gegangen sein. Schlecker führte das einstige Drogerieimperium als sogenannter eingetragener Kaufmann, weswegen er mit seinem gesamten Privatvermögen haftet. Insolvenzverwalter Geiwitz durfte daher auf Jahre zurück auch private Finanzströme prüfen.
Geiwitz lässt heute mitteilen, dass an Angehörige übertragenes Barvermögen zurückgezahlt werden müsse. Die übertragenen Immobilien und Sachgüter würden von Angehörigen zu Summen ausgelöst, die unabhängige Gutachten jeweils als realistischen Marktwert ausweisen. Die Summe werde nun der Insolvenzmasse zufließen, teilte Geiwitz weiter mit.
Regionallager verkauft
Zwischenzeitlich konnten auch die beiden ersten Schlecker-Regionallager verkauft werden, teilte ein Sprecher von Geiwitz weiter mit. Für die Grundstücke und Immobilien im niedersächsischen Melle sowie im baden-württembergischen Empfingen seien je ein regionales Unternehmen als Käufer gewonnen worden.
Zwölf weitere regionale Logistikimmobilien im Bundesgebiet sowie das Gebäude der Konzernzentrale und das Schlecker-Logistikzentrum im schwäbischen Ehingen stehen noch zum Verkauf. Geiwitz äußerte sich zuversichtlich, schon in Kürze weitere Kaufverträge zum Abschluss bringen zu können.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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