Fisch wird teurer

Fisch wird teurer

Die Nachfrage nach Fisch steigt weltweit und treibt so die Preise nach oben - auch in Deutschland, obwohl hier der Konsum stagniert. Die Fischwirtschaft macht dafür auch die Meeres-Kampagnen von Umweltschützern verantwortlich.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
Teilen
Im vergangenen Jahr legten die Preise für Fisch und andere Fischereierzeugnisse im Einzelhandel um durchschnittlich 3,9 Prozent zu und damit stärker als die Inflationsrate und als andere Lebensmittel. Vor allem frischer Fisch wurde mit einem Anstieg von 9,3 Prozent deutlich teurer.

"Wir werden uns an höhere Preise gewöhnen müssen, wenn wir gute Qualität haben wollen", sagte FIZ-Geschäftsführer Matthias Keller. Die Verbraucher reagieren auf die relativ hohen Preise. Obwohl der Wunsch nach gesunder Ernährung in Deutschland einen hohen Stellenwert einnimmt, stagniert der Fischkonsum seit Jahren. Im vergangenen Jahr ging der Pro-Kopf-Verzehr leicht von 15,7 auf 15,6 Kilogramm zurück. Vor sechs Jahren lag er bei 15,5 Kilogramm.

Schlechtes Gewissen durch Umweltkampagnen

Einen Beitrag zum stagnierenden Markt leisten nach Einschätzung der Fischwirtschaft auch die Kampagnen von Umweltverbänden wie Greenpeace oder dem WWF zum Schutz der Meere. "Die Verbraucher haben ein schlechtes Gewissen, weil sie denken, sie essen den letzten Fisch auf der Welt", sagte Keller. Dem sei nicht so. Die Statistiken der Umweltorganisationen führten oft in die Irre.

So sei es zwar richtig, dass nur 29 Prozent der Fanggebiete in der Ostsee als nachhaltig - also ordnungsgemäß - befischt gelten. Sie lieferten aber 69 Prozent des Ostsee-Fischs. Tatsächlich sei die Fischwirtschaft auf einem guten Weg, bis zum Jahr 2015 die Fischbestände in der Ostsee dauerhaft und ertragreich zu bewirtschaften.

Die deutsche Fischwirtschaft - vom Fischfang über die Verarbeitung und den Groß-, Außen- und Einzelhandel bis hin zur Gastronomie - beschäftigt rund 46.000 Mitarbeiter und bewegt ein Finanzvolumen von rund 8,9 Milliarden Euro. Der Markt wird wesentlich aus dem Ausland versorgt; rund 88 Prozent des in Deutschland verbrauchten Fischs wird importiert. Die wichtigsten Lieferländer sind Polen, Norwegen und China. Der meiste Fisch wird in Form von Tiefkühlprodukten (31 Prozent) und Konserven und Marinaden (25 Prozent) gekauft.

Teilen
David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.