Gefahr für UMTS?

Gefahr für UMTS?

UMTS-Anbieter fürchten Umsatzeinbußen durch drahtlosen Internetzugang in Flughäfen, Bahnhöfen und Hotels Eine gewisse Zahl von Wireless LAN ...

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
4 Min.· Aktualisiert am
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UMTS-Anbieter fürchten Umsatzeinbußen durch drahtlosen Internetzugang in Flughäfen, Bahnhöfen und Hotels Drahtlosen Internet- und Netzwerkzugang mittels tragbaren Computern und PDAs öffentlichen Räumen wie Bahnhöfen, Flughäfen oder Hotels bereitet den Anbietern von UMTS-Telefonnetzen schon im Vorfeld der UMTS-Markteinführung Kopfzerbrechen. Gerade in diesen sogenannten Hotspots dürfte sich bei der wichtigsten UMTS-Zielgruppe, den Geschäftsleuten, der größte Bedarf an Datenanbindungen ergeben. Nach einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan (www.wireless.frost.com) werden in Europa mit öffentlichen Wireless LAN-Zugängen bereits dieses Jahr Serviceumsätze in Höhe von 4,12 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Für das Jahr 2006 erwartet man Umsätze von mehr als drei Milliarden US-Dollar.

Eine gewisse Zahl von Wireless LAN-Zugängen an öffentlichen Plätzen, über die Laptops und PDAs mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 11 MBit/s mit dem Internet verbunden werden können, ist heute bereits installiert. In den USA will MobileStar bis Ende 2003 etwa 8.000 Zugangspunkte eingerichtet haben, in Skandinavien bieten Telia und Sonera schon einige hundert öffentliche Zugänge. Doch der Boom steht noch bevor, besonders da in naher Zukunft neben Wireless LAN auch Bluetooth-Technologie zum Einsatz kommen wird. Im Jahr 2006 werden laut Prognose in Europa mehr als 37.000 Hotspots mit Wireless LAN oder Bluetooth-Anbindung ausgerüstet sein. Der Anteil an Bluetooth-Hotspots wird im Jahr 2006 bei ca. 35% liegen, wobei wohl 20 bis 50% der Hotspots mit beiden Technologien ausgestattet sein werden, um ein möglichst breites Publikum ansprechen zu können.

Mit fallenden Kosten für High-Speed-WLAN ("Wi-Fi")- und Bluetooth-fähige Geräte und zunehmender Verfügbarkeit wird das Angebot auch für ein breiteres Publikum interessant. Die zunehmende Verbreitung von Wireless LAN-fähigen Geräten und die Durchsetzung des Standards 802.11b werden ebenso zum Wachstum beitragen wie die hohe Mobilität in der Geschäftswelt und das große Potenzial von Hotels, Flughäfen und Bahnhöfen, die sich durch das Angebot eines Wireless LAN- oder Bluetooth-Zugangs profilieren können.

Für die Mobiltelefonanbieter besteht die reale Gefahr, dass die mit Wireless LAN-Zugangspunkten erwirtschafteten Umsätze zu Lasten der Einnahmen aus der mobilen Datenkommunikation über UMTS gehen. Viele europäische Mobiltelefongesellschaften, die unter den exorbitanten Kosten für UMTS-Lizenzen und -Netzaufbau leiden, prüfen deshalb zur Zeit, mit welcher Strategie sie solche Einnahmeverluste verhindern können. Wer keine Wireless LAN-Zugänge einrichtet, riskiert den Verlust von profitablen Kunden. Nach Jan ten Sythoff, Wireless Programme Manager bei Frost & Sullivan, setzen einige Wettbewerber frühzeitig auf eigene Angebote, während andere sich auf das eigentliche Mobiltelefongeschäft zurückziehen und Übernahmen oder Partnerschaften planen. In jedem Fall verschärft sich der Wettbewerb zwischen Mobiltelefonnetzbetreibern und anderen Anbietern.

Interessant ist allerdings nicht nur das Umsatzpotenzial. Die Integration von öffentlichen Wireless LAN-Zugängen in die Mobiltelefonnetzstruktur kann schon bald schnelle drahtlose Datenkommunikation ermöglichen und den Mobiltelefonnetzanbietern zu einem Know-how verhelfen, das sie auch für einen erfolgreichen UMTS-Betrieb benötigen. Gerade standortabhängige Dienste können hier erprobt werden. Probleme dürfte vor allem die uneinheitliche Regulierung des 2,4-GHz- und des 5-GHz-Bandes in Europa bereiten. So ist etwa in Großbritannien die Erwirtschaftung von Gewinnen durch Nutzung der 2,4-GHz und 5-GHz-Bänder in öffentlichen Räumen und in Hotels verboten. Bis zu einheitlichen europäischen Standards ist noch ein weiter Weg zurückzulegen. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Frage des Roamings, weil mit der Zahl der Roaming-Partner die Attraktivität des Angebotes für die Kunden steigt. Es fehlt jedoch ein verbindlicher internationaler Roaming-Standard, und Roaming-Partner müssen über harmonisierte Abrechnungssysteme und eine vergleichbare Dienstequalität verfügen.

Die neu erschienene Frost & Sullivan Studie analysiert die Situation verschiedener Arten von Mobiltelefonunternehmen wie Greenfield-Betreiber (die UMTS-Lizenzen erworben haben, aber derzeit noch kein Telefonnetz betreiben), reine Mobiltelefonnetzbetreiber sowie Betreiber von Fest- und Mobiltelefonnetzen und untersucht die Vor- und Nachteile, die sich für sie aus der Einrichtung öffentlicher WLAN-Zugangspunkte ergeben. Zudem wird die Marktentwicklung für Hardware und Dienste sowohl für Wireless LAN als auch Bluetooth-Technologie quantitativ und qualitativ betrachtet. Die Studie "Wireless Access In Public Hostpots - A New Frost & Sullivan Analysis (Report B024)" ist für einen Preis von 5.000 Euro erhältlich. (JR)

PROFIL:

Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan beobachtet ständig eine Reihe wichtiger Hightech-Branchen und befragt diese auf neue Markttrends, Kennzahlen und Unternehmensstrategien. Frost & Sullivan wurde 1961 in New York gegründet und ist heute als internationale Unternehmensberatung auf den Geschäftsfeldern Marktforschung und Marketingberatung aktiv. Mit rund 750 Mitarbeitern liefert Frost & Sullivan seinen Kunden in allen Hochtechnologiebranchen wichtige Daten für strategische Entscheidungen. Seminare, Konferenzen und Managementtrainings ergänzen das Angebot. Frost & Sullivan verfügt über europäische Büros in London, Paris und Frankfurt sowie über eigene Forschungszentren in Kalifornien, London und Singapur.


KONTAKT:

Frost & Sullivan
Klemensstrasse 9
60487 Frankfurt/Main
Tel. 069-7703311
Fax 069-234566
Internet: www.wireless.frost.com

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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