
Geschäft mit Apps kommt in Bewegung
Der Boom für die Handy-Anwendungen ist ungebrochen: Der Umsatz rund um die Apps soll sich allein in Deutschland in diesem Jahr fast verdoppeln.
Björn BöerChefredakteurDer Umsatz rund um die App betrug 157 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet die Bitkom mit einem Umsatzzuwachs von 81 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 343 Millionen Euro. Deutschland würde damit auf einen Anteil von acht Prozent am Weltmarkt kommen.
Werbung in Apps
"Neben dem Verkauf der Apps können die Anbieter zusätzliche Umsätze durch Werbung generieren, die innerhalb der Anwendungen geschaltet wird", erläutert Bitkom-Präsidiumsmitglied René Schuster das Geschäftsmodell der Apps. Denn die Smartphone-Nutzer bekommen viele Anwendungen gratis oder für einen vergleichsweise niedrigen Betrag von derzeit durchschnittlich 2,82 Euro.
Aktuell existieren weltweit rund 500.000 Apps für die unterschiedlichsten Zwecke. Die Anwendungen der Programme reichen dabei von Spielen und Rezepten über Nachrichten und E-Books bis zu Fahrplan- und Übersetzungsdiensten. Und auch Handelsunternehmen wie Otto, Real oder Amazon haben schon längst ihre eigene App.
Für die Software-Branche ist mit den Anwendungen somit ein völlig neues Segment entstanden, das bisher überwiegend von kleineren IT-Firmen und selbständigen Entwicklern geprägt ist.
Pionier iPhone
Angestoßen hat den Anwendungs-Boom der kalifornische Computerriese Apple mit seinem iPhone: Mit eigenen Angaben zufolge mehr als 250.000 Apps und 6,5 Milliarden Downloads ist der App Store inzwischen zur weltweit größten Plattform für mobile Anwendungen geworden. "App Store-Entwickler haben mehr als eine Milliarde US-Dollar am Verkauf ihrer Apps verdient", meldet das Unternehmen.
Damit die Euphorie nicht abebbt, lockert Apple nun auch einige Beschränkungen für die App-Programmierer und legt erstmals die Richtlinien beim Prüfen einer App für die Zulassung im App Store offen.
Sybille Wilhelm
Der Beitrag ist in der Ausgabe 03/2010 des Wirtschaftsmagazins Online Handel erschienen - hier geht es zum Probeexemplar.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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