Ikea will beim Erforschen seiner DDR-Geschiche nun doch mit Opferverbänden kooperieren. Die erste Absage begründet das Möbelhaus mit einem Versehen in der Urlaubszeit.
Wohlwollende Prüfung versprochen
Nun erklärte Ikea: "Das Schreiben ist urlaubsbedingt nicht richtig eingeordnet und bewertet worden." Man werde einen neuen Vorschlag der UOKG sehr wohlwollend prüfen. Weil Ikea sich entschuldigte und von einem Versehen sprach, nahm der Verband in Berlin am Dienstag seine Kritik zurück.
"Ikea hat sich im Gegensatz zu anderen Unternehmen und Institutionen sehr früh bereiterklärt, seine Verwicklungen in das Zwangsarbeitssystem der DDR zu erforschen und aufzuarbeiten", sagte Rainer Wagner nach UOKG-Angaben nun. Er gehe für die Zukunft von einer konstruktiven Zusammenarbeit aus.
Das Möbelhaus geht seit Juni dem Vorwurf ehemaliger DDR-Häftlinge nach, sie hätten in Zwangsarbeit Ikea-Möbel herstellen müssen. Diese Untersuchung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young werde fortgesetzt, sagte Sprecherin Nold der dpa.
Recherchiert werde im Firmenarchiv in Schweden, im deutschen Bundesarchiv und Landesarchiven sowie in der Stasi-Unterlagenbehörde. "Die Dokumente sind aber nur eine Seite." Gleichzeitig könnten sich Betroffene bei einer Hotline melden. Ikea hoffe, bis zum Jahresende Ergebnisse vorlegen zu können.
