
Geschichtsaufarbeitung: Ikea gesteht Panne ein
Ikea will beim Erforschen seiner DDR-Geschiche nun doch mit Opferverbänden kooperieren. Die erste Absage begründet das Möbelhaus mit einem Versehen in der Urlaubszeit.
Björn BöerChefredakteurWohlwollende Prüfung versprochen
Nun erklärte Ikea: "Das Schreiben ist urlaubsbedingt nicht richtig eingeordnet und bewertet worden." Man werde einen neuen Vorschlag der UOKG sehr wohlwollend prüfen. Weil Ikea sich entschuldigte und von einem Versehen sprach, nahm der Verband in Berlin am Dienstag seine Kritik zurück.
"Ikea hat sich im Gegensatz zu anderen Unternehmen und Institutionen sehr früh bereiterklärt, seine Verwicklungen in das Zwangsarbeitssystem der DDR zu erforschen und aufzuarbeiten", sagte Rainer Wagner nach UOKG-Angaben nun. Er gehe für die Zukunft von einer konstruktiven Zusammenarbeit aus.
Das Möbelhaus geht seit Juni dem Vorwurf ehemaliger DDR-Häftlinge nach, sie hätten in Zwangsarbeit Ikea-Möbel herstellen müssen. Diese Untersuchung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young werde fortgesetzt, sagte Sprecherin Nold der dpa.
Recherchiert werde im Firmenarchiv in Schweden, im deutschen Bundesarchiv und Landesarchiven sowie in der Stasi-Unterlagenbehörde. "Die Dokumente sind aber nur eine Seite." Gleichzeitig könnten sich Betroffene bei einer Hotline melden. Ikea hoffe, bis zum Jahresende Ergebnisse vorlegen zu können.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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