
GfK: Kaufkraft sinkt, Privatverbrauch wird steigen
Mitten in der Krise verkündet die GfK Überraschendes für den privaten Verbrauch im nächsten Jahr. Allerdings sind die Konjunkturprognosen schlecht, und eine Sorge der Deutschen wird immer größer.
Thomas RehmRedakteurGeringe Erwartungen an die Konjunktur
Dagegen sind die Erwartungen an die konjunkturelle Entwicklung weiterhin auf Talfahrt. Der Indikator sank auf den tiefsten Stand seit 1991. "Produktionsrückgänge, Einbrüche bei Neuzulassungen von Pkw und sinkende Exporte werden die wirtschaftliche Entwicklung im kommenden Jahr belasten", teilte die GfK mit.
Immer mehr Beschäftigte fühlten sich auch persönlich von der Krise betroffen und fürchteten um ihren Arbeitsplatz. Die Angst vor Einkommenseinbußen überlagere dabei Faktoren, die die Kaufkraft stärkten, etwa die sinkenden Benzin- und Heizölpreise. "Angesichts eines schwächer werdenden Arbeitsmarktes ist zu befürchten, dass die real verfügbaren Einkommen im kommenden Jahr kaum zulegen können", erläuterte die GfK. Die reale Kaufkraft werde nur wenig steigen.
Hohe Inflation kein Thema mehr
Dennoch hält GfK-Vorstandschef Klaus Wübbenhorst im kommenden Jahr einen leichten Anstieg des privaten Verbrauchs um 0,5 Prozent für möglich. "Die Vorzeichen sind zwar keinesfalls berauschend, die Konjunktur befindet sich in schwerem Fahrwasser", sagte Wübbenhorst der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Aber dafür sei die hohe Inflation kein Thema mehr. Die Arbeitslosigkeit werde zwar steigen, aber von einem niedrigen Niveau aus. Für eine Stabilisierung der Konjunktur komme es jetzt auf klare Maßnahmen der Bundesregierung an, mahnte der GfK-Chef. Er sprach sich dafür aus, mit Steuersenkungen nicht bis nach der Bundestagswahl 2009 zu warten. So sei eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags überfällig.
Schwächere Einkommenserwartung
Der Einzelindikator für die Konjunkturerwartung verlor im Dezember 2,3 Punkte und sank auf minus 32,4 Zähler. Die Einkommenserwartung büßte 8,5 Punkte ein und weist nun minus 15,4 Punkte auf.
Im Gegensatz dazu blieb die Anschaffungsneigung zum Jahresende stabil und legte mit einem Plus von 0,4 Punkten auf minus 6,3 Punkte sogar leicht zu. Für die Ermittlung des Konsumklimas werden monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews geführt.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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