3D-Illustration: Apotheke, Bezahlbutton, Tierfutter und Suchtrend im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Liquid I.V., Apotheken, Pinterest, Galaxus, JD Sports, Amazon, Google, Asos, Indonesien, Microsoft, Tierfutter, Bezahlbutton

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von Etailment.de.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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Die NRF 2026: Retail’s Big Show Europe kehrt vom 15. bis 17. September 2026 nach Paris zurück und verspricht drei Tage voller Innovation, Diskussionen, Begegnungen und Inspiration. Die Veranstaltung findet in der Paris Expo Porte de Versailles statt und dauert genau diesen Zeitraum. Mehr

HANDEL NATIONAL

Liquid I.V. setzt in Deutschland auf Amazon
Der US-Getränkepulver-Anbieter Liquid I.V. bringt seinen „Hydration Multiplier“ nach Deutschland und setzt beim Vertrieb komplett auf den Online-Handel, wie Ad-Hoc-News.de berichtet. Anfang Juli starte der Verkauf auf Amazon, flankiert von Verkostungen, etwa auf dem Maschseefest in Hannover. Das Timing sei kein Zufall: Der Markt für proteinreiche Lebensmittel sei binnen eines Jahres um 39,1 Prozent gewachsen, rund 4,6 Mio. deutsche Haushalte griffen bereits regelmäßig zu Eiweißprodukten.

Die Apotheke wird zum digitalen Wartezimmer
Seit dem 1. Juli dürfen Apotheken bundesweit assistierte Telemedizin anbieten, meldet Heise.de. Abrechenbar seien drei Leistungen: eine strukturierte Ersteinschätzung, die Begleitung einer Videosprechstunde oder beides kombiniert. Nötig seien ein separater Beratungsraum und geschultes Personal. Die Rechtsgrundlage schaffe das Digital-Gesetz. Parallel experimentierten auch Kaufland, DM und Rossmann mit Gesundheitsdiensten.


HANDEL INTERNATIONAL


Pinterest präsentiert neue Shopping-Werkzeuge
Pinterest erweitert seine Shopping-Werkzeuge für den grenzüberschreitenden Online-Handel, meldet T3N.de. Neue Länder- und Sprach-Feeds sollen Preise, Währungen und Beschreibungen an einzelne Märkte anpassen, ohne dass Händler den Katalog mehrfach anlegen müssten: Eine automatische Lokalisierung übersetze Titel und rechne Währungen um; länderübergreifende Kampagnen steuerten mehrere Märkte aus einer Anzeigengruppe.

Dropshipping-Falle: Wie Temu-Ware bei Galaxus landet
Galaxus verkaufte Produkte direkt aus dem Sortiment der Billigplattform Temu zum mehr als Fünffachen des Ursprungspreises, wie Tagesanzeiger.ch berichtet. Ein Kartoffelmesser der Marke Fischer habe bei Temu 2,91 Franken gekostet, bei Galaxus dagegen 14,90 Franken. Verantwortlich sei das Dropshipping über den offenen Marktplatz, auf dem Drittanbieter China-Ware mit hohen Margen weiterreichten. Galaxus wolle den Fall prüfen und drohe Partnern mit Ausschluss; das Messer sei bereits aus dem Sortiment verschwunden.

JD Sports schickt Hip komplett ins Netz
JD Sports hat sämtliche Filialen der Streetwear-Marke Hip geschlossen und verlagert das Geschäft ins Netz, berichtet Fashionunited.com. Die letzten beiden Läden in Manchester und Leeds hätten nach fast vier Jahrzehnten Ende Juni dichtgemacht. Hip, 1987 gegründet und 2014 von JD Sports übernommen, falle einer stärker digital-orientierten Strategie zum Opfer: In diesem Jahr habe der Konzern bereits 24 Läden aufgegeben.

Amazon zahlt Millionen, weil es Betrugsopfer abwimmelte
Amazon zahlt 2,25 Mio. Dollar Zivilstrafe und legt damit einen Streit mit der US-Handelsaufsicht FTC bei, berichtet Engadget.com. Der Konzern habe gegen den „Fair Credit Reporting Act“ verstoßen, indem er Opfern von Identitätsdiebstahl – teils auch Ermittlern – Unterlagen zu betrügerischen Käufen verweigert habe. Servicemitarbeiter hätten wiederholt Anfragen mit Datenschutzbedenken abgelehnt oder auf fehlenden Zugriff verwiesen, was den Zugriff verschleppt hätte.

Google zahlt Millionen, weil es seinen Vergleichsdienst bevorzugt
Google muss der Klarna-Tochter Pricerunner 1,3 Mrd. Euro Schadensersatz zahlen, wie Spiegel.de berichtet. Das Stockholmer Patent- und Marktgericht sehe das Preisvergleichsportal als geschädigt, weil Google jahrelang seinen eigenen Vergleichsdienst in den Suchergebnissen bevorzugt habe. Pricerunner, seit 2022 bei Klarna, habe ursprünglich 2,1 Mrd. Euro gefordert. 2017 habe die EU-Kommission wegen desselben Musters bei Google Shopping eine Rekordstrafe von 2,4 Mrd. Euro verhängt.

Asos macht in Atlanta die Lagertür zu
Asos hat die Übertragung des Mietvertrags für sein Atlanta-Warenlager samt Verkauf der Automatisierungstechnik abgeschlossen, meldet Drapersonline.com. Den Mietvertrag übernehme eine „globale Konsumgütermarke“, die Anlagen kaufe ein Mitglied der DHL Group. Der Deal bringe einen einmaligen Vorsteuergewinn von rund 78 Mio. Pfund und jährliche Einsparungen von sechs Mio. Pfund.

Indonesien lässt Marktplätze die Steuer eintreiben
Indonesien lässt ab dem 1. August vier Marktplätze die Einkommensteuer direkt von deren Verkäufern einziehen, meldet Antaranews.com. Es handle sich nicht um eine neue Abgabe, sondern nur um einen geänderten Einzugsweg, betone die Generaldirektion Steuern. Tokopedia, Shopee, Lazada und Blibli behielten deswegen künftig 0,5 Prozent des Bruttoumsatzes ihrer Drittanbieter ein, wenn deren Jahresumsatz umgerechnet 27.800 Dollar übersteige.

Microsofts Gewinne landen in Dublin
Microsoft hat in der EU 6,3 Mrd. Dollar Körperschaftsteuer gezahlt, den Großteil davon in Irland, wie Heise.de berichtet. Deutschland bekomme trotz 3.471 Beschäftigten und 11,68 Mrd. Dollar Umsatz nur 174,2 Mio. Dollar der Steuereinnahmen ab, da die profitablen Software-Rechte in Dublin lägen. Laut dem erstmals veröffentlichten Country-by-Country-Report des Konzerns versteuere man den Gewinn dort, wo geistiges Eigentum registriert sei. Ein Modell, das Microsoft selbst als Steuervorteil benenne.


Der Bezahlbutton ist vom Aussterben bedroht
Der Bezahlbutton im Checkout stehe vor dem Aus, sagt Airwallex-Deutschlandchef Tom Sellin auf Manager-Magazin.de. Binnen drei Jahren werde Payment „komplett unsichtbar“, weil KI-Agenten das Eintippen von Kartennummern und das Anmelden bei Paypal oder Klarna selbst übernähmen. Etablierte Zahlungsdienste, die bisher von ihrer Marke und ihren in Online-Shops gut sichtbaren Buttons gelebt hätten, würden unter Druck geraten. Stattdessen gewinne die direkte Kundenbindung.

Online-Tierfutter verdoppelt sich bis 2035
Der globale Online-Handel mit Tierfutter dürfte sich bis 2035 auf 46,80 Mrd. Dollar verdoppeln, meldet Insightaceanalytic.com. Ausgehend von 20,93 Mrd. Dollar im Jahr 2025 entspreche das einem jährlichen Wachstum von 8,7 Prozent. Treiber seien wachsender Haustierbesitz und die Vorliebe für Premium-, Bio- und tierärztlich empfohlene Nahrung. Bequemlichkeit, Abo-Lieferungen und KI-gestützte Empfehlungen lockten die Haustierbesitzer vom Laden ins Netz.
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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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