Händler tun Gutes für Flüchtlinge - reden aber nicht darüber

Händler tun Gutes für Flüchtlinge - reden aber nicht darüber

Handelsunternehmen sind bereit, Flüchtlingen auf verschiedene Art und Weise zu helfen. Gut die Hälfte nutzen das Thema jedoch nicht für die eigene Öffentlichkeitsarbeit.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Nur ungefähr die Hälfte von ihnen hält dieses Engagement allerdings für ein geeignetes Thema für die externe Kommunikation, heißt es in der Umfrage, für die über 80 Kommunikationsverantwortliche von Unternehmen befragt wurden.

Nicht zur Selbstdarstellung nutzen

Die meisten (41 Prozent) geben an, dass sie mit der Veröffentlichung des Einsatzes in der Flüchtlingshilfe zeigen wollen, dass sie gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Andere zur Nachahmung motivieren möchten 27 Prozent der Befragten. Vielen Unternehmen (19 Prozent) ist es zudem wichtig, mit der Veröffentlichung des Engagements eindeutig Position zu beziehen.

Auf der anderen Seite lehnen es genauso viele Unternehmen der Handelsbranche ab, ihr Engagement öffentlich zu kommunizieren, vor allem weil sie (49 Prozent) das Thema "Flüchtlingshilfe" nicht zur Selbstdarstellung nutzen möchten. Nur gut ein Zehntel macht ihr Engagement nicht öffentlich, weil sie sich nicht angreifbar machen wollen. Ein kleiner Teil von rund fünf Prozent hält die Größenordnung ihres Engagements allerdings auch schlichtweg für zu gering, um dazu öffentliche Kommunikation zu betreiben.

Schwerpunkt interne Kommunikation

Anders sieht es bei der internen Kommunikation aus. Fast alle (89 Prozent) möchten ihre Mitarbeiter am Flüchtlingsengagement teilhaben lassen und kommunizieren dies in das Unternehmen hinein. Deutlich über die Hälfte involviert die Belegschaft direkt in die Aktionen. Gut 40 Prozent hoffen mit ihrem Vorbild, das Personal zu weiterem Engagement zu motivieren, schreibt das EHI.

Knapp zwei Drittel der in der Flüchtlingshilfe engagierten Unternehmen glauben zudem, dass sich der Einsatz auf das Image auswirken wird. Von ihnen ist etwas mehr als die Hälfte der Ansicht, dass diese Auswirkungen eher positiv sein werden. Die Übrigen kalkulieren auch negative Reaktionen mit ein. Etwa ein Drittel glaubt gar nicht, dass das Engagement eine Relevanz für das Unternehmensimage hat.

Die Unternehmen (23 Prozent), die sich nicht in der Flüchtlingshilfe engagieren, haben ihren Fokus bereits auf andere soziale oder gesellschaftliche Aktionen gelegt. Kaum einer schließt die Flüchtlingshilfe aufgrund möglicher negativer Reaktionen aus, lautet die wichtigste Botschaft der EHI-Umfrage.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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