
Hawesko-Chef Margaritoff verliert Machtkampf
Im Gezerre um die Macht beim Weinhändler Hawesko ist der Mann unterlegen, der das Unternehmen seit Jahrzehnten geführt hat. Alexander Margaritoff wird sich zurückziehen - zugunsten von Großaktionär Meyer.
Björn BöerChefredakteurEr werde sich vollständig aus dem Unternehmen zurückziehen, erklärte Margaritoff. Der Manager hatte Hawesko 1981 von seinem Vater übernommen und zu einem der führenden Weinhändler Europas entwickelt.
Hauptversammlung abgesagt
Zuletzt hatte Hawesko mit einem Übernahmekampf Aufsehen erregt. Großaktionär Meyer - seine Holding Tocos verfügte nach eigenen Angaben bereits über mehr als ein Drittel des Grundkapitals - unterbreitete für Hawesko ein Übernahmeangebot und bot dabei 40 Euro je Aktie. Dies aber lehnte der Vorstand ab. Eine für den 26. Januar geplante Hauptversammlung, auf der Meyers Angebot erörtert werden sollte, sei nun abgesagt worden, teilte das Unternehmen mit.
Meyer erklärte, er begrüße es, dass Margaritoff sein Angebot annehmen wird. Dadurch würden "eindeutige Eigentümerverhältnisse und damit die Voraussetzungen für die zukünftige Ausrichtung von Hawesko geschaffen".
Der Hawesko-Konzern ist in den drei Geschäftsfeldern Versandhandel, Groß- und Einzelhandel tätig. Zu dem Unternehmen gehört auch die Filialkette Jacques' Wein-Depot mit 284 Niederlassungen in Deutschland und 2 in Österreich. Der Konzernumsatz soll 2014 bei rund 465 Millionen Euro liegen, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen bei 24 bis 25 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt 925 Mitarbeiter.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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