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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
David WöllensteinRedakteurHANDEL NATIONAL
Hellofresh verliert neun Prozent Umsatz
Hellofresh meldet laut Pressemitteilung für 2025 einen Umsatzrückgang um währungsbereinigte neun Prozent auf 6,76 Mrd. Euro. Gleichzeitig sei das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis um 14 Prozent auf 423 Mio. Euro gestiegen – innerhalb der prognostizierten Spanne. Das Kochbox-Geschäft habe deutlich an Profitabilität gewonnen, während die Fertiggerichte-Sparte hinter den Erwartungen zurückbleibe. Der Berliner Konzern ziehe sich aus Italien zurück und leite in Spanien ein kollektives Kündigungsverfahren ein, da beide Märkte nicht die strategischen Ziele erfüllten. Trotz schrumpfender Gesamterlöse hätten Bestandskunden mehr Umsatz generiert als im Vorjahr.
Payone und OPP mit neuer Zahlungslösung für Marktplätze
Payone und der niederländische Zahlungsdienstleister OPP führen laut Pressemitteilung eine gemeinsame Payment-Lösung für Online-Marktplätze und Business-Plattformen in Deutschland und Österreich ein. Die Kooperation adressiere ein Segment, das bereits 57 Prozent des Online-Handels ausmache und zuletzt um 8,8 Prozent gewachsen sei. Das modulare System verbinde OPPs Plattform-Expertise mit Payones Zahlungsabwicklung und biete automatisiertes Händler-Onboarding, Treuhand-Funktionen sowie integrierte Mediation bei Streitfällen.
Zwei Drittel kämpfen mit Smartphone-Shops und Apps
Zwei Drittel der Smartphone-Nutzenden in Deutschland kämpfen mit digitalen Barrieren in Apps, Online-Shops und Behördenportalen, zeigt eine Accessiway-Umfrage. Selbst 60 Prozent der 18- bis 29-Jährigen meldeten Schwierigkeiten. Die größten Stolpersteine seien schwer schließbare Werbefenster (39 Prozent), überfrachtete Layouts und zu kleine Bedienelemente. Die Jüngeren litten besonders unter visueller Überladung, die Älteren unter winzigen Schriften und Buttons. Für Unternehmen drohten durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz Bußgelder bis 100.000 Euro.
HANDEL INTERNATIONAL
Alibabas Qwen verbucht 120 Mio. Bestellungen in sechs Tagen
Alibabas KI-App Qwen hat binnen sechs Tagen 120 Mio. Bestellungen verzeichnet, berichtet Scmp.com. Die Kampagne zum Mondneujahr habe mit Gutscheinen im Wert von umgerechnet 431 Mio. Dollar gelockt und die Zahl der täglich aktiven Nutzer von sieben auf 58,5 Mio. vervielfacht – ein Zuwachs von 727 Prozent. Fast die Hälfte der Käufer stamme aus ländlichen Regionen, wo 1,56 Mio. Senioren zum ersten Mal online bestellten. Das Chatfenster von Qwen fungiere quasi als Tor zum Alibaba-Kosmos aus Taobao, Alipay und den Lieferdiensten.
Tiktok Shop generierte 2025 in den USA ein Handelsvolumen von 15,1 Mrd. Dollar, wie Momentum.asia berichtet. Das Wachstum von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr falle zwar mehr als nur solide aus, markiere aber trotzdem den Übergang aus der explosiven Startphase. Live Commerce habe seinen Anteil von zehn auf 14 Prozent gesteigert, während Video-Shopping und der Shop-Tab 50 beziehungsweise 36 Prozent ausmachten. Von den 803.500 Stores in den USA hätten mehr als die Hälfte keine Verkäufe verzeichnet, über 2.000 aber die Millionengrenze überschritten.
Starke Zahlen, schwache Reaktion: Shopifys KI-Wette
Shopify übertraf im vierten Quartal mit 3,67 Mrd. Dollar Umsatz die Erwartungen, dennoch brach die Aktie um sechs Prozent ein, wie Cnbc.com berichtet. Das Handelsvolumen auf der Plattform sei um 29 Prozent auf 123,8 Mrd. Dollar gestiegen, getragen vom robusten Weihnachtsgeschäft. Für das erste Quartal prognostiziere das Unternehmen ein Umsatzwachstum im niedrigen Dreißiger-Prozent-Bereich – deutlich über den Analystenschätzungen von 25 Prozent. Die Free-Cash-Flow-Marge werde allerdings wegen KI-Investitionen niedriger ausfallen. Parallel genehmigte der Vorstand ein Aktienrückkaufprogramm über 2 Mrd. Dollar.
Schweizer Heimelektronik wächst – Online-Anteil 57 Prozent
Der Schweizer Markt für technische Konsumgüter legte 2025 um 1,6 Prozent auf 5,3 Mrd. Franken zu, wie NielsenIQ.com mitteilt. Das Ende des Windows-10-Supports habe die Computer-Nachfrage angekurbelt, während Innovationen bei Saugrobotern und Siebträger-Kaffeemaschinen zusätzliche Impulse gesetzt hätten. Der Online-Anteil erreiche mittlerweile 57 Prozent. Allerdings seien Werbeaktionen um bis zu 30 Prozent gestiegen und hätten die Margen unter Druck gesetzt. Während der B2B-Bereich bei 900 Mio. Franken stagniere, sei der Privatkonsum um drei Prozent auf 4,5 Mrd. Franken gestiegen.
Flipkart plant zweiten Anlauf im indischen Essensliefermarkt
Flipkart erwägt den Einstieg in Indiens Essensliefermarkt und startet ab Mai ein Pilotprojekt in Bengaluru, berichtet Indiatimes.com. Es wäre der zweite Versuch der Walmart-Tochter, nach einem gescheiterten Experiment vor zwei Jahren. Der Markt wachse zwar von neun auf 25 Mrd. Dollar bis 2030, sei jedoch fest in den Händen von Zomato und Swiggy. Aber: Flipkart betreibe in Indien bereits Quick Commerce mit seiner Sparte „Minutes“ und könne auf diese Infrastruktur zurückgreifen. Frühere Konkurrenten wie Uber, Ola und Amazon seien allerdings gescheitert.
Jumia peilt schwarze Zahlen an – trotz Temu und Shein
Der afrikanische Online-Händler Jumia will Ende 2026 die Gewinnschwelle erreichen und 2027 erstmals ein profitables Jahr liefern, berichtet Reuters.com. Man habe den Jahresverlust von 97,6 Mio. Dollar (2024) auf 60,1 Mio. Dollar (2025) reduziert. Das Unternehmen sei aus dem Lebensmittel- und Essensliefer-Geschäft ausgestiegen, habe Personal abgebaut und verlasse im Februar Algerien – acht Märkte blieben übrig. Das Wachstum habe sich trotz der Expansion von Temu und Shein auf 35 Prozent im letzten Quartal beschleunigt. Jumias Vorteile: effizientere Logistik, konkurrenzfähige Preise und Zahlung bei Lieferung.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Warum 2026 die Stunde der profitablen Shops schlägt
E-Commerce-Händler müssten 2026 den Deckungsbeitrag über den Umsatz stellen, schreibt Experte Michael Witzenleiter auf Etailment.de. Marktplatzmodelle erzielten deutlich niedrigere Margen als D2C-Ansätze; den besten Schutz der Gewinnspanne böten klare Positionierung, Relevanz und Marke.
Youtube vereint beide Geschlechter als meistgenutzte Plattform, bei anderen sozialen Medien zeigen sich moderate Unterschiede, so eine Adobe-Express-Umfrage in Deutschland. Instagram und Tiktok nutzten Frauen etwa zehn Prozentpunkte häufiger, X bleibe eher männlich geprägt. Beim Konsum bevorzugten mehr Frauen Kurzvideos (36 Prozent gegenüber 23 Prozent), aber mehr Männer längere Formate. Von Unternehmen erwarteten Frauen häufiger Authentizität (55 Prozent), Männer zeigten sich dafür tendenziell offener für KI-gestützte Personalisierung.
Kein Marketing mehr ohne KI
Künstliche Intelligenz wird Marketing-Abteilungen umkrempeln, zeigt eine Bitkom-Befragung. 84 Prozent der Befragten sähen KI als größten Einflussfaktor bis 2027, zwei Drittel hielten Marketing ohne den Einsatz Künstlicher Intelligenz künftig für aussichtslos. Generative KI erledige bereits heute einen erheblichen Teil der kreativen Arbeit – von Social-Media-Posts bis zu Newsletter-Kampagnen. Das Problem: 52 Prozent beklagen fehlende Kompetenzen für den sinnvollen Einsatz. Als weitere Schlüsseltrends gelten datengetriebenes Marketing (62 Prozent) und Personalisierung (39 Prozent).
Content bleibt King – auch post mortem
Meta hat ein Patent für einen KI-Bot erhalten, der Social-Media-Accounts auch nach dem Tod ihrer Besitzer weiterführen kann, berichtet Businessinsider.de. Das Sprachmodell lerne aus früheren Aktivitäten wie Kommentaren und Likes, um das Nutzerverhalten zu simulieren. Der digitale Doppelgänger könne dann eigenständig auf Inhalte reagieren, Direktnachrichten beantworten oder sogar Video- und Audioanrufe führen. Meta begründe dies mit der beeinträchtigten Follower-Erfahrung „bei längerer Abwesenheit“. Ein Unternehmenssprecher betonte allerdings, es gebe „keine Pläne“ zur Umsetzung – erteilte Patente dienten oft nur der Offenlegung von Konzepten.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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