Was Jeff Bezos und Uli Hoeneß gemeinsam haben

Was Jeff Bezos und Uli Hoeneß gemeinsam haben

Es gibt sie ja, die schlechten Nachrichten über Amazon. Wer sich heute jedoch Umsatzzahlen und Aktienkurs ansieht weiß - alles egal. Das ist wie beim FC Bayern München, wo über den ein oder anderen Rückschlag auch nur geschmunzelt wird.

Steffen GerthSteffen GerthRedakteur Der Handel und etailment
3 Min.· Aktualisiert am
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Wammm, 8 plus. Wer Amazon-Aktien hat, kann heute im Büro den dicken Max machen. Oder sogar ein bisschen Kasse, wenn er am Wochenende etwas Bargeld braucht. Der schlaue Anleger aber sagt sich: Ach was, in einem Jahr mache ich noch mehr Kasse.

Denn mit einer Amazon-Aktie kann man nichts mehr falsch machen. Denn Amazon macht ja auch nichts mehr falsch, wie die unfassbaren Sprünge bei Umsatz und Gewinn heute zeigen.

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Im Prinzip ist Amazon-Mastermind Jeff Bezos der Uli Hoeneß der Technologieunternehmer. Da wird ab und zu mal schöner Mist gebaut, Steuern hinterzogen, es geht dann nach Landsberg in den Bau - nicht nur währenddessen läuft die Fußballmaschine FC Bayern München geschmiert. Und nach der Haftentlassung eh. Zumal die ja auch noch vorzeitig war.

Vorbestraft? Knacki? Kann doch einem Uli Hoeneß wurst sein, um hier mal ein ganz billiges Wortspiel unterzujubeln.

Und Bezos? Dem brummt erst die EU-Wettbewerbskommission eine Steuernachzahlung von 250 Millionen Euro auf. Und kurz danach ziehen amerikanische Indianer gegen Amazon auf den Kriegspfad: Der Stamm Saint Regis Mohawks klagt wegen Patentverletzung beim Supercomputer des Hardwareunternehmens SRC Labs.

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Wie das wohl so zugeht, wenn Jeff solche Nachrichten bekommt, mitten in der Fertigstellung der Bilanz? "Oh boy, come on." Wenn man ihm derartige Banalitäten überhaupt übermittelt. "Am Ende soll ich mich noch um neue Pads im Kaffeeautomaten kümmern? Bitte erst ab 1 Milliarde wieder anrufen."

Es hat bestimmt nicht nur deutsche Handelsunternehmen gegeben, die gedacht hatten, dass die schlechten Nachrichten für Amazon gut für ihr eigenes Geschäft sind. Wie vielleicht Rewe, das die Berliner gerade mit Gutscheinen für den eigenen Lebensmittelbringdienst beglückt, um somit Amazon Fresh ein paar Marktanteile abzujagen.

Darüber wird Jeff kichern. Denn er weiß, dass Rewe nicht ewig Gutscheine verschenken kann, zudem ist der Einzelhandel für ihn eh nur noch gehobene Liebhaberei für Marktanteilgewinnung, die finanziert wird durch seine Cloud-Dienste. So ganz grob formuliert.

++++Newsflash: Aktienkurs plus 9,95 Prozent++++


Die große Frage ist und wird sein, welche Panne Amazon wirklich aufhalten kann bei seinem Siegeszug nicht nur in der digitalen Welt. Und wer weiß: Beim FC Bayern des Uli Hoeneß hilft ja bekanntlich zur Not immer ein netter Schiedsrichter.

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Steffen Gerth
Geschrieben vonSteffen Gerth

Redakteur Der Handel und etailment

Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.

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