Hugo Boss will weiblicher werden

Hugo Boss will weiblicher werden

Nach einigen schlechten Nachrichten für die Aktionäre blickt Hugo Boss wieder optimistischer nach vorn. Der Herrenschneider setzt große Hoffnungen in die eigenen Läden - und in die neue Damenkollektion.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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"Ich bin zuversichtlich, dass wir unser Wachstumstempo gegenüber dem Vorjahr noch erhöhen können", sagte Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs am Donnerstag. "Die Stimmung bei den Kunden und Einzelhandelspartnern verbessert sich spürbar."

50 neue Filialen geplant

Dabei nimmt der Modekonzern den Verkauf seiner Kollektionen immer stärker in die Hand, statt sich auf Kaufhäuser und andere Modeläden zu verlassen. Außerdem rücken bei dem traditionellen Herrenschneider die Frauen als Kundengruppe immer mehr in den Fokus. Mit Jason Wu als neuem Chefdesigner und einer prominenteren Platzierung der Damenmode in den eigenen Läden sollen die Erlöse zweistellig zulegen, und damit deutlich stärker als im Herrenbereich.

Konkrete Umsatzziele für diesen Bereich nannte der Vorstandschef nicht. Bislang macht Hugo Boss elf Prozent seiner Erlöse mit Mode für Frauen. Die Hoffnung sei groß, durch das Angebot auch mehr männliche Begleiter in die Geschäfte zu locken.

Für 2014 peilt der Konzern wieder ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich an. Die Hoffnungen ruhen erneut auf dem Erfolg der eigenen Läden, die erneut zweistellig zulegen sollen. Hugo Boss will in diesem Jahr 50 neue Filialen eröffnen und weitere Handelsflächen übernehmen, die bislang von Handelspartnern betrieben wurden.

Großhandelssparte schwächelt weiter

Beim schwächelnden Vertrieb über den Großhandel erwartet der Vorstand hingegen keine großen Impulse. Dort sollen die Umsätze nach einem Rückgang um sieben Prozent im vergangenen Jahr nun aber zumindest stabil bei 1,1 Milliarden Euro bleiben.

Im vergangenen Jahr hatte Hugo Boss seinen Umsatz um vier Prozent auf 2,4 Milliarden Euro gesteigert - das war der niedrigste Anstieg seit Jahren. Unter dem Strich verbuchte der Konzern einen Gewinn von 329 Millionen Euro, 7 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

In der gleichen Größenordnung wie der Gewinn soll nun auch die Dividende steigen, die Hugo Boss für 2013 zahlen will. Nach 3,12 Euro im Vorjahr soll nun 3,34 Euro an die Anteilseigner gehen. Das schäbische Unternehmen schüttet damit 70 Prozent seines Gewinns aus. Größter Profiteur ist der Investor Permira, der über die Hälfte der Aktien hält.

Der Konzern beschäftigt weltweit 12.500 Mitarbeiter, fünf Prozent mehr als vor einem Jahr. 2.100 Menschen arbeiten am Stammsitz in Metzingen.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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