info-Domains: Die Goldgräber sind wieder da

info-Domains: Die Goldgräber sind wieder da

Bereits 14% der führenden deutschen Marken sind als .info-Domain durch Dritte registriert. Das ergibt eine aktuelle Studie von 1GlobalPlace.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Eine Studie des Domain-Dienstleisters 1GlobalPlace brachte denn auch ein erstaunliches Ergebnis zutage: Nur 20% der führenden deutschen Wirtschaftsunternehmen haben ihren Unternehmensnamen für die neue Internet-Domain .info zur Anmeldung gebracht. Eine alarmierend hohe Prozentzahl von 66% sind noch verfügbar und bereits 14% der Marken sind von Dritten - berechtigt oder unberechtigt - registriert. So gehört "eon.info" nicht etwa dem Stromriesen, sondern einer gleichnamigen Werbeagentur aus Berlin.

Allerdings ist der leichtsinnige Umgang mit dem Markenschutz im Internet kein rein deutsches Phänomen. Auch bekannte Welt-Unternehmen sehen sich mit einer ungewünschten Fehlbelegung konfrontiert. So sind die Domains "yahoo.info", "aol.info" oder "ibm.info" allesamt im Besitz von Domain-Piraten.

Seit dem 25. Juli hat die .info-Vergabestelle Afilias Ltd. die so genannte Sunrise-Periode eingerichtet, die Markeninhabern die Möglichkeit geben soll, ihre Ansprüche vor dem allgemeinen Start der Domain-Vergabe im September zu sichern. Doch zwischenzeitlich musste sich das Betreiberkonsortium harsche Kritik gefallen lassen. So wurden zu keinem Zeitpunkt die Angaben über Warenzeichennummer oder Anmeldedatum geprüft. Dies führte dazu, dass zahlreiche Privatpersonen bekannte Marken, aber auch sämtliche interessanten generischen Begriffe, wie finanzen.info, kino.info oder reise.info registriert haben.

"Zwar werden in Zukunft wohl keine so hohen Domain-Preise erzielt wie noch beim 7,5 Mio. US-Dollar-Verkauf von Business.com", so Tobias Wann, Vorstand der 1GlobalPlace AG in Wiesbaden, "allerdings sind griffige und leicht zu merkende Domain-Namen durchaus etwas wert." Umso ärgerlicher war es für alle ehrlichen Domain-Spekulanten, als sie nun feststellen mussten, dass scheinbar bereits jeder englische oder deutsche Begriff durch selbsternannte Markenbesitzer registriert wurde.

"Jeder kann durch die World Intellectual Property Organisation (WIPO) in der nun folgenden 120-tägigen Einspruchsfrist die Rechtmäßigkeit der Domain-Registrierung prüfen. Aufgrund der damit verbundenen Kosten bezweifle ich aber, ob sich viele Kläger finden werden", so Wann. Ein Einspruch bei der WIPO kostet 295 US-Dollar pro Partei, 75 US-Dollar muss der Antragsteller in jedem Falle selbst zahlen. Kann der angefochtene Domain-Besitzer seine Marke nicht beweisen, so trägt er seine Kosten und die übrigen 220 US-Dollar. "Die Domain-Goldgräber könnten daher bald jäh aus ihrem Traum gerissen werden und feststellen, dass sich statt den Nuggets nur wertloser Sand im Domain-Sieb befindet", warnt Tobias Wann.

Den eigentlich Ansturm auf die neuen Domains erwartet Afilias erst Anfang September, wenn die Registrierung für alle Internet-Nutzer geöffnet ist. "Dann werden wir einen sprunghaften Anstieg des Domain-Grabbings, also der unrechtmäßigen Registrierung von Marken erleben", prognostiziert Wann. "Zwar können sich Markeninhaber ihre Domains jederzeit mit Hinweis auf ihre Namensrechte zurückholen, allerdings muss dann der teure und zeitaufwendige Rechtsweg beschritten werden."

"Die Tatsache, dass über 60% der großen deutschen Unternehmen nicht mal ihren Firmennamen unter .info registriert haben, werte ich als Zeichen für eine fehlende Internet-Markenstrategie", so Tobias Wann.

Bis zum 27. August können Markeninhaber ihre Namen allerdings noch bevorzugt zur Anmeldung bringen.

Die komplette DAX100-Studie kann direkt bei der 1GlobalPlace AG angefordert werden. (ST)


KONTAKT:

1GlobalPlace AG
Friedrichstr. 10
65185 Wiesbaden
Tel. 0611-308760
Fax 0611-3087650
E-Mail: twann@1globalplace.com
Internet: www.1globalplace.com

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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