
"Online ist nur eine Ergänzung"
Während viele Marken und Händler ganze Abteilungen für E- und Social Commerce beschäftigen, fangen andere gerade erst mit dem Onlineverkauf an. Thomas Aichner, Marketing Director bei der Outdoor-Marke Salewa, erklärt, warum die Bergsportbranche die Zurückhaltung beim Thema E-Commerce erst spät aufgegeben hat.
David WöllensteinRedakteurDer Eigenvertriebsanteil der Marke Salewa soll bis zum Jahr 2030 insgesamt auf 50 Prozent steigen. Das wollen wir allerdings durch Wachstum erreichen, nicht durch Verdrängung. Wir wollen dem Handel kein Geschäft abjagen, auch nicht mit dem Webshop. Er ist Teil einer insgesamt zurückhaltenden Direktvertriebsstrategie.Zurückhaltender Direktvertrieb - das klingt entschleunigt.
Wir stellen im Direktvertrieb das Marketing stärker in den Vordergrund als den Verkauf. Wir wollen die Fans der Marke Salewa bei uns haben, ohne die Umsätze des klassischen Handels zu stören. Es ist völlig in Ordnung, wenn Kunden sich in unserem Webshop oder in unseren Flagship-Stores Ideen, Informationen und Beratung holen, um die Jacken oder Steigeisen dann anderswo zu kaufen.Warum?
Unsere Direktvertriebskanäle stehen für 25 Prozent des Gesamtumsatzes. Mit 75 Prozent Anteil sind der Großhandel und die klassischen Händler also unser wichtigster Kanal. Der Handel vertraut uns, Salewa ist 2021 über Händler um rund 30 Prozent gewachsen. Der E-Commerce ist da erst einmal nur eine sinnvolle, aber nachgeordnete Ergänzung.
Die Fragen stellte Stefan Becker.
Dieser Artikel erschien zuerst in Der Handel.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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