Joschka Fischer soll Rewe grüner machen

Joschka Fischer soll Rewe grüner machen

Rewe gibt Gas in Sachen Nachhaltigkeit und engagiert dafür einen berühmten Mitstreiter: Außenminister a. D. Joschka Fischer berät den Handelskonzern - und hat sich schon mal im Supermarkt umgeschaut.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Fischers Unternehmen berät den Lebensmittelhändler. Die Partnerschaft sei noch jung, doch es gebe viele Aufgaben, die man gemeinsam bewältigen könne: Beispiele? "Das Thema Resourcen-Effizienz, Nachhaltigkeit in der Lieferkette, Wasserverbrauch, der demographische Wandel." Es sind wie gewöhnlich keine kleinen Themen, die Fischer umtreiben.

Solche Herausforderungen soll er künftig für die Rewe aufspüren - und gleich Antworten liefern, wie sie gemeistert werden können. Etwa mit der Ausweitung des Nachhaltigkeitssiegels "Pro Planet", das umweltfreundlich hergestellte Ware auszeichnet.

"Ich bin ein leidenschaftlicher Esser"

"Uns geht es nicht darum, eine Alternative zum Bio-Bereich anzubieten, wir wollen vielmehr den Massenmarkt an das Thema Öko heranführen", betont der Ex-Politiker. Es selbst sei langjähriger Rewe-Kunde, das verbinde ihn mit dem Unternehmen. Und außerdem: "Ich bin, wie Sie sehen, ein leidenschaftlicher Esser".

Der andere Esser, Vorname Manfred, seines Zeichens Einkaufschef bei Rewe, sitzt neben Fischer und erläutert, wie das Unternehmen das Siegel "Pro Planet" künftig forcieren will. Es gibt bereits 80 Artikel mit dem Siegel, das sei jedoch erst ein Anfang. Nachhaltigkeit sei bei der Rewe kein Marketing-Gag, so Manfred Esser.

Zweiter grüner Supermarkt

Ein Beweis dafür ist der neue umweltfreundliche Supermarkt in Mainz, den Fischer und die Rewe-Chefs besuchten. Es ist der zweite Markt, der nach dem "Green Building"-Konzept gebaut wurde: Glastüren an den Kühlregalen, energiesparende Beleuchtung, Photovoltaikanlage und einige weitere Highlights sorgen für eine glänzende CO2-Bilanz.

Fischer spazierte durch den Markt, ließ sich mit Mitarbeitern ablichten und bewunderte das Fleisch-Angebot: "So eine Fleischtheke macht mich schon an", bemerkte die einstige grüne Gallionsfigur.

"Wir haben derzeit 300 Nachhaltigkeitsprojekte am Laufen", betont Rewe-Chef Alain Caparros. Ihm sei bewusst, dass Joschka Fischer ein kritischer Geist sei, und dass von ihm auch unangenehme Fragen zu erwarten seien. Das nehme Rewe in Kauf.

"Fischer muss glaubwürdig bleiben, das ist klar", sagte Caparros. "Sonst macht er sein Geschäftsmosdell kaputt."

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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