
KaDeWe bietet wieder israelische Weine an
Das KaDeWe in Berlin befolgt eine EU-Verordnung und nimmt Produkte aus israelischen Siedlungen aus dem Sortiment. Auf den Protest folgt rasch eine Entschuldigung von dem Kaufhaus.
Thomas RehmRedakteurDie EU-Kommission hatte am 11. November eine Kennzeichnungspflicht für Obst, Gemüse und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie Kosmetika aus Siedlungen im Westjordanland, auf den Golanhöhen sowie aus Ost-Jerusalem bekanntgegeben. Verbraucher in der EU haben damit künftig die Möglichkeit, israelische Siedlerprodukte aus besetzten arabischen Gebieten zu kaufen oder bewusst zu boykottieren.
"Unsensibel gehandelt"
Die Prüfung von Lebensmitteln sei ein regelmäßig vorkommender Standardvorgang, hieß es zunächst am Samstag vom KaDeWe. Während dieser Prüfungen würden die Produkte kurzfristig aus dem Sortiment genommen und danach unverzüglich wieder aufgenommen.
"In diesem Fall - es ging um eine Empfehlung der Europäischen Union - ist hausintern zu rasch und unsensibel gehandelt worden", schrieb das Berliner Luxuskaufhaus dann am Sonntag. "Wir bedauern, dass es durch dieses falsche Verhalten seitens der KaDeWe Group zu Missverständnissen gekommen ist und bitten dies zu entschuldigen." Das KaDeWe stehe für Weltoffenheit und Internationalität. Zu seinem Sortiment gehörten auch mehr als 200 israelische Produkte, hieß es.
Netanjahu hatte auch die Geschichte des KaDeWe angesprochen. "Dieses Kaufhaus war in jüdischem Besitz, die Nazis haben es enteignet", sagte er. "Es ist absurd, dass dieses Kaufhaus jetzt Produkte aus den Siedlungen in Judäa und Samaria (Westjordanland) und den Golanhöhen kennzeichnet."

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
Alle Beiträge