Kältewelle macht Einzelhändler froh

Kältewelle macht Einzelhändler froh

Deutschland, Winterland. Dem Einzelhandel kommt das kalte Wetter nur recht, denn die Verbraucher stürzen sich regelrecht auf warme Schuhe und dicke Pullover. Auch Streusalz ist ein Kassenschlager.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Beim Bundesverband des deutschen Textileinzelhandels (BTE) sieht man das genauso: "Von uns aus können die Temperaturen ruhig noch lange unter null bleiben", sagt Hauptgeschäftsführer Jürgen Dax. Seit der Frost eingesetzt hat, kauften die Kunden wie am Fließband dicke Pullover, Mäntel, Mützen und lange Unterhosen. "Nur allzu glatt darf es draußen nicht werden, dann gehen die Leute nicht so gerne vor die Tür."

Bei Kälte schmeckt Schokolade besser

Dass der erste Schnee in diesem Winter recht früh kam, ist den Bekleidungshäusern nur recht. "Die Winterware ist ja schon seit Oktober in den Läden. Je eher die Kunden Lust auf diese Sachen bekommen, desto besser", sagt Dax. Denn was weg ist, ist weg - und braucht später nicht mit Rabatten unter die Leute gebracht zu werden. "Wenn der Winter milde ist, fangen die Händler in der Regel früher an zu reduzieren, damit die warmen Sachen trotzdem verkauft werden." Das möge aus Verbrauchersicht zwar gut sein - aus Sicht der Händler aber nicht.

Auch die Süßwarenbranche hat Freude an den frostigen Temperaturen. "Schokolade und Weihnachtsgebäck schmecken nun mal besser, wenn es draußen kalt ist", sagt der Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI), Torben Erbrath.

In den Möbelhäusern wird es im letzten Quartal traditionell etwas voller - allerdings habe das wahrscheinlich eher mit dem bevorstehenden Weihnachtsfest als mit dem Wetter zu tun, heißt es beim Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM). Der Wunsch nach Behaglichkeit im eigenen Heim durch neue Möbel ziehe die Kunden in die Geschäfte, VDM-Sprecherin Ursula Geismann.

In den Baumärkten habe die Nachfrage nach "typischen Winterprodukten" wie Schneeschaufeln und Brennholz dieses Mal schon vorzeitig eingesetzt, sagt der Sprecher des Branchenverbands BHB, Stefan Michell. Vor allem Streusalz werde in großen Mengen verkauft. "Viele Leute haben sich wohl an den vorigen Winter erinnert, als Salz teilweise ausverkauft war, und sorgen jetzt lieber vor."

Wintertourismus in den Süden

Für die Tourismusbranche ist im Winter generell Hochsaison für Fernreisen in wärmere Gefilde. Es gebe auch viele kurzfristige Buchungen zu sonnigen Zielen, etwa auf die Kanaren, in die Karibik oder nach Ägypten, heißt es beim Deutschen Reiseverband. "Wir wissen allerdings nicht, ob diese Kunden sowieso wegfliegen wollten, oder ob sie sich wegen des kalten Wetters spontan zu einer Reise entschließen", schränkt Sprecher Torsten Schäfer ein.

Was den Skiurlaub anbelangt, werde vielleicht so mancher erst durch die Bilder der verschneiten Landschaften angespornt, noch schnell zu buchen. Stark nachgefragt seien die deutschen Mittelgebirge, sagt Schäfer. "Fest steht jedenfalls: Wer jetzt noch eine Reise über Weihnachten oder Silvester buchen will, der muss sich beeilen."

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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