"Kampf zwischen online und stationär noch lange nicht entschieden"

"Kampf zwischen online und stationär noch lange nicht entschieden"

Der Konsument kauft künftig vor allem im Netz? Von wegen. Wenn er Freude am Shoppen haben will, geht er ins Geschäft. Und dort ist ihm auch der Preis fast egal, wurde in einer großen Studie festgestellt.

Steffen GerthSteffen GerthRedakteur Der Handel und etailment
3 Min.· Aktualisiert am
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Beide Unternehmen hatten im November 2012 rund 42.000 Menschen zu ihrem Einkaufsverhalten befragt und rund 2.000 Einkaufstagebücher ausgewertet. Von den Probanden wurden in dem Zeitraum rund 2 Millionen Euro ausgegeben. Zwei Drittel der Konsumenten seien Stammkunden im stationären Handel und kauften dort alle zwei Wochen und häufiger ein. Im Internet treffe dies nur auf 13 Prozent zu.

Ware anfassen - und sofort mitnehmen

Nach Zahlen des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels ist das Online-Geschäft mit Waren 2012 um mehr als ein Viertel auf rund 28 Milliarden Euro Umsatz gestiegen. Im klassischen Einzelhandel werden dagegen jährlich Erlöse von knapp 400 Milliarden Euro erreicht. "Der Kampf zwischen Online- und stationärem Handel ist noch lange nicht entschieden", berichtete Professor Björn Bloching, Partner bei Roland Berger.

Nur müsse der klassische Handel seine Stärken wieder hervorholen. Sicher ist er sich, dass Großflächen am Stadtrand ihre beste Zeit hinter sich haben. "Die Städte werden wieder lebendiger, da muss der Handel hin", forderte Bloching. Dabei komme es sehr auf das Angebot und die Präsentation an.

Es sei ein Fehler, wenn die Branche versuchen würde, beim Preiswettbewerb mit den Onlineanbietern mitzuhalten, warnte Bloching. Die Studie habe ergeben, dass für die Kunden in stationären Läden der Preis bei den Einkaufsmotiven erst an achter Stelle komme. "Die Konsumenten wollen in den Geschäften gute Beratung, die Ware anfassen und diese sofort mitnehmen können", sagte Bloching.

Internetkauf ist geplant

Rund 64 Prozent der Bundesbürger sind laut Studie zum Shoppen gerne unterwegs - in der realen Welt. Neben den serviceorientierten Rentnern ist in den Geschäften auch die nachfolgende Generation der sogenannten "Digital Natives" (Durchschnittsalter 28 Jahre) anzutreffen. Zwar surfen sie viel im Internet, doch der Online-Kauf ist eher noch die Ausnahme, heißt es in der Studie. Ihnen sei der Spaß in den Geschäften, auch mit Freunden, wichtig. "Der Spontankauf findet eher stationär statt", betonte Lars Luck, Partner bei Roland Berger. "Internetkäufe sind meistens geplant. Es gibt auch niemanden, der ausschließlich online einkauft."

Bloching wies aber darauf hin, dass Deutschland noch hinterherhinke bei der Verknüpfung von stationären mit dem Onlinehandel. So gebe es in englischen und französischen Einkaufszentren bereits Abholstationen für Waren, die im Web bestellt wurden.

Generell müssen auch die Centerbetreiber auf den Strukturwandel im Einzelhandel reagieren. Henrie W. Kötter, Geschäftsführung Centermanagement bei der ECE, sprach davon, dass man heute unter anderem ein hochwertiges Markenumfeld gestalten müsse. Dazu gehörten auch neue Marken, die die ECE noch vor ein paar Jahren nicht auf der Rechnung gehabt habe, wie etwa Kärcher (Reinigungsgeräte) und Vorwerk (Staubsauger).

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Steffen Gerth
Geschrieben vonSteffen Gerth

Redakteur Der Handel und etailment

Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.

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