Karstadt-Desaster drückt Arcandor-Bilanz

Karstadt-Desaster drückt Arcandor-Bilanz

Die Krise der Warenhäuser setzt Arcandor zu. Die Konzern-Tochter Karstadt meldet einen gewaltigen Ergebnis-Rückgang. Im dritten Quartal des laufenden.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
Teilen
Unter dem Strich wies der Konzern einen Verlust von 119,3 Millionen Euro aus, ohne einen vergleichbaren Vorjahreswert anzugeben. Wegen der Ergebnisschwäche bei Karstadt und der schlechteren Konjunktur kappte der Konzern sein mittelfristiges Ziel: Das bereinigte EBITDA soll 2008/09 nicht mehr mindestens 1,3 Milliarden Euro betragen, sondern nur noch mehr als 1,1 Milliarden Euro.

Karstadt schlechter als erwartet

Das bereinigte EBITDA der Warenhaustochter Karstadt gibt der Konzern mit minus 51 Millionen Euro an.  Der Umsatz ging um 1,9 Prozent auf 886,9 Millionen Euro zurück, womit Karstadt aber immer noch besser abgeschnitten habe als die Konkurrenz, wie Arcandor hervor hob.

Arcandor-Chef Thomas Middelhoff versuchte, die Entwicklung zu beschönigen: „Karstadt, der umsatzmäßig kleinste Geschäftsbereich, bekam die konjunkturelle Eintrübung in Deutschland deutlich zu spüren”, sagte er.

„Wir haben nach wie vor ein Kostenproblem”, gibt Finanzvorstand Peter Diesch dagegen unverblümt zu. Arcandor habe deswegen ein Effizienzprogramm beschlossen, mit dem im Warenhaus die Ausgaben gesenkt werden sollen.

Analysten sind enttäuscht

„Das Umsatzminus im Warenhausgeschäft ist eine ziemlich große Enttäuschung, zumal die 'Wirtschaftswoche' am Montag berichtet hatte, dass Karstadt ein Umsatzplus von 1,5 Prozent vermelden werde”, sagte Analystin Martina Noß von der Bank Nord/LB. Damit bleibe weiterhin ein großes Fragezeichen hinter dem Konzept Warenhäuser in Deutschland, betont die Expertin.

SinnLeffers-Insolvenz holt Arcandor ein

Eine weitere Hiobsbotschaft für den Konzern: Die Pleite der ehemaligen Textiltochter SinnLeffers holt einem Pressebericht zufolge nun auch die frühere Muttergesellschaft Arcandor ein. Der frühere Karstadt-Quelle-Konzern zähle indirekt zu den Vermietern der vor drei Jahren an Finanzinvestoren verkauften Textilkette, schreibt das "Handelsblatt".

Arcandor habe dem Blatt bestätigt, dass SinnLeffers bislang jährlich 4,4 Millionen Euro Miete für ein inzwischen geschlossenes Kaufhaus in Berlin-Neukölln zahlt. Den Betrag müsse Arcandor als Hauptmieter der Immobilie jedoch an den eigentlichen Eigentümer ICN weiterleiten - und das noch zehn Jahre lang.

Kündigt SinnLeffers-Insolvenzverwalter Horst Piepenburg nun wie angekündigt die Mietverträge, bleibe Middelhoff auf der Forderung sitzen, heißt es in dem Pressebericht.

Teilen
Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.