Karstadt drohen weitere Einschnitte

Karstadt drohen weitere Einschnitte

Die "Arbeit ist noch nicht getan", betont der Vater des Insolvenzplan von Karstadt auf der heutigen Gläubigerversammlung. Die Restrukturierungsarbeit habe das Warenhausunternehmen noch vor sich.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
Teilen
Mit dem den Gläubigern zur Abstimmung vorgelegten Insolvenzplan habe das Unternehmen jedoch nun eine Chance zum Überleben. "Die Arbeit ist noch nicht getan", sagte Balthasar.

Beschäftigte, Vermieter und Dienstleister verzichten auf Millionen

Für den Insolvenzplan hatten sich unter anderem Vermieter, Beschäftigte und Dienstleiter bereits zu Sanierungsbeiträgen in Millionenhöhe verpflichtet. So sollen die rund 26.000 Beschäftigten für einen Zeitraum von drei Jahren unter anderem auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten und so einen Beitrag von mehr als 150 Millionen Euro leisten.

Bis Ende März waren unter der Regie des Insolvenzverwalters bereits 13 Filialen geschlossen und rund 1.000 Arbeitsplätze abgebaut worden.

Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will heute in Essen den Weg für den Einstieg eines Investors frei machen. Bei der Veranstaltung in der Essener Karstadt-Zentrale sind die Gläubiger aufgerufen, über den Insolvenzplan abzustimmen. Die Zustimmung zum Insolvenzplan ist Voraussetzung für den geplanten Verkauf der Warenhauskette.

Angeblich aussichtsreiche Gespräche mit Investoren

In den letzten Wochen seien aussichtsreiche Gespräche mit verschiedenen Investoren geführt worden, heißt es in einem Manuskript des Insolvenzverwalters. Görg will bis zum Monatsende einen Investor für die Warenhauskette als Ganzes finden. Im Vorfeld der Veranstaltung zeigte sich der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Helmut Patzelt optimistisch, dass eine Rettung der Warenhauskette gelingen könne.

Von mehr als 2,7 Milliarden Euro an angemeldeten Forderungen waren bei der Veranstaltung 2,45 Milliarden Euro durch 154 in Essen tatsächlich erschienene Gläubiger vertreten. Die Gläubiger sollen nach den Regelungen des vorgestellten Insolvenzplans auf bis zu 97 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Zusätzliche Einnahmen können die Gläubiger etwa bei einer Reduzierung der angemeldeten Forderungen etwa durch die Finanzbehörden und bei einem Verkauf der Warenhauskette erwarten.

Teilen
Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.