
Karstadt mahnt zur Bescheidenheit
Die Tarifverhandlungen bei Karstadt ähneln denen von Amazon: Es geht nicht voran. Das Warenhausunternehmen und die Gewerkschaft liegen mit ihren Vorstellungen offenbar weit auseinander.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentAuch eine von Karstadt in Aussicht gestellte Beschäftigungs- und Standortsicherung müsse weiter konkretisiert werden, forderte Peukes. Ausnahmen seien etwa beim Auslaufen eines Mietvertrags vorgesehen.
Entgeltanpassung entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung
Das Unternehmen hatte in einer Mitteilung vom Freitag zudem über das Angebot einer nicht näher konkretisierten "Entgeltanpassung entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung von Karstadt" berichtet. Für Nachfragen war ein Sprecher zunächst nicht zu erreichen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 habe Karstadt erstmals wieder Geld über die Ladenkasse verdient, teilte das Unternehmen weiter mit, ohne eine Zahl zu nennen. Im Raum steht, dass Karstadt ein schlechtes Weihnachgeschäft 2015 gehabt haben soll. Im Geschäftsjahr 2014/15 soll der Umsatz des Unternehmens um 4 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro gesunken sein soll.
Die wirtschaftliche Genesung nicht gefährden
Karstadt hatte sich dazu bisher nicht geäußert. In der aktuellen Mitteilung heißt es dagegen: "Im aktuellen Geschäftsjahr bewegen wir uns ebenfalls im Rahmen unserer Planung, die weitere spürbare Ergebnisverbesserungen ausweist." Das laufende Geschäftsjahr endet am 30. Juni.
Karstadt schreibt weiter, dass man zuverlässig seine Budgets erreiche, müsse beim Blick nach vorne weiter bescheiden sein und dürfe die beginnende wirtschaftliche Gesundung auf keinen Fall gefährden. "Alle Erfahrungen zeigen, dass die Jahre zwei und drei einer Sanierung oft besonders schwierig sind. Wir können uns daher in Tarifverhandlungen keine Abenteuer leisten. Wir hoffen, dass es in den weiteren Gesprächen gelingt, eine Lösung zu finden", betont das Unternehmen.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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